Plötzlich war alles weg

Von Millionenvermögen bleiben nur 22 Euro und 24 Cent

Ein Ex-Mitarbeiter der Volksbank Villach soll 35 Kunden um rund zwölf Millionen Euro gebracht haben. Nun haftet die Bank.
Newsdesk Heute
13.07.2026, 20:29
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Ein früherer Mitarbeiter der Volksbank Villach soll jahrelang Geld von Kundenkonten abgezogen und nicht erlaubte Wertpapiergeschäfte durchgeführt haben. Der mutmaßliche Schaden: rund zwölf Millionen Euro.

Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Untreue und des schweren Betrugs. Rund 35 Kunden sollen betroffen sein. Der inzwischen entlassene Banker bestreitet die Vorwürfe, er saß zwischen März und Mai 2024 in U-Haft. Es gilt die Unschuldsvermutung.

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Nun hat die Causa auch für die Volksbank Kärnten selbst Folgen. Das Landesgericht Klagenfurt entschied Ende Mai, dass die Bank einer Kundin 1,121 Millionen Euro Schadenersatz zahlen muss. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Volksbank kann dagegen Rechtsmittel einlegen.

Laut Gericht soll der Kundenbetreuer schon seit 2006 seine Stellung ausgenützt haben, um sich Geld von Verrechnungskonten anzueignen. Die Bank müsse für das Verhalten ihres Mitarbeiters geradestehen.

Von 1,1 Millionen blieben 22 Euro

Die betroffene Geschäftsfrau war seit mehr als 50 Jahren Kundin der Bank. Sie hatte rund 1,1 Millionen Euro auf Sparbüchern liegen, bevor ihr der Betreuer eine Veranlagung in Wertpapieren empfahl.

Die Kundin ließ ihre Unterlagen in der Bank hinterlegen und vertraute auf die Aufstellungen ihres Betreuers. Als der Fall im Jahr 2023 aufflog, folgte der Schock: Auf ihren Konten waren nur noch 22 Euro und 24 Cent vorhanden.

Im Zivilverfahren stellte sich heraus, dass das Geld vollständig abgehoben worden war. Der Ex-Banker behauptete, die Kundin selbst habe die Beträge behoben. Sie bestritt das. Es stand dabei auch Unterschriftenfälschung im Raum, was mangels der Originalbelege nicht mehr nachweisbar war.

350.000 Euro in zehn Minuten abgehoben

Besonders brisant: An einem einzigen Tag wurden innerhalb von nur zehn Minuten in neun Teilbeträgen insgesamt 350.000 Euro abgehoben. An der Kassa arbeitete damals die Freundin des Kundenbetreuers. Auch sie wurde später entlassen.

Mitarbeiter sagten vor Gericht aus, es sei üblich gewesen, dass der Betreuer Geld für Kunden abhob und ihnen dieses später in seinem Büro übergab. Ob die Kunden tatsächlich anwesend waren und sich ordnungsgemäß auswiesen, soll nicht kontrolliert worden sein.

In einem anderen Fall hatte eine Kärntnerin mehrere 100.000 Euro in sichere Anleihen investiert. Das ließen sie Unterlagen samt Volksbank-Logo ihres Betreuers zumindest glauben. Später stellte sich raus: das Geld war weg, ihr Konto im Minus. Auch in diesem Fall verweist die Bank auf angeblich von der Kundin selbst unterschriebene Transaktions-Aufträge. Auch hier läuft nun ein Verfahren.

Fall flog erst 2023 auf

Aufgeflogen ist die Causa am 19. September 2023. Ein deutscher Kunde bemerkte, dass sein Depot bereits 2016 aufgelöst worden war. Rund 740.000 Euro waren verschwunden. Noch wenige Wochen davor soll ihm der Betreuer Unterlagen mit einem vermeintlichen Guthaben gezeigt haben. Die Bank leitete daraufhin eine Sonderprüfung ein, entließ den Mitarbeiter und erstattete Anzeige.

Die Volksbank weist den Vorwurf zurück, ihre Kontroll- und Aufsichtspflichten verletzt zu haben. Mit einigen Betroffenen wurden außergerichtliche Einigungen erzielt. Andere Fälle werden weiterhin vor Gericht geklärt.

Für mögliche Forderungen hat die Bank nach eigenen Angaben Rückstellungen von 14,5 Millionen Euro gebildet. Ob das ausreicht, wird von Anwälten der Geschädigten bezweifelt. Sie gehen von deutlich höheren Schadenssummen aus.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 13.07.2026, 21:10, 13.07.2026, 20:29
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