Streit um Gebühren

"Betrogen" – Bank kündigt ihm plötzlich alle Konten

Seit 22 Jahren war Roman I. Kunde bei einer Sparkasse in NÖ. Nach Beschwerden über Gebühren kam die Kündigung.
Michael Pollak
15.05.2026, 11:45
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"Ich kämpfe um mein Recht", sagt Roman I. aus dem Bezirk Korneuburg zu "Heute". Seit mehr als zwei Jahrzehnten waren er und seine Frau Kunden bei einer Sparkasse in Niederösterreich. Dann begann ein Streit um Kontogebühren – und endete für das Ehepaar mit der Kündigung ihrer Konten.

Alles begann laut Roman I. mit den Kosten für die Debitkarten. Ihm sei aufgefallen, dass dafür zu hohe Gebühren verrechnet worden seien. In der Filiale reklamierte er die Abbuchungen. "Am selben Tag" sei ihm für ein Jahr Geld gutgeschrieben worden.

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Verrechnung warf Fragen auf

Doch der Niederösterreicher setzte sich zu Hause an den Computer: "Ich habe mir online alle Anpassungen angeschaut", sagt er. Dabei sei ihm aufgefallen, dass die verrechneten Beträge unterschiedlich gewesen seien.

"Normal wären 8,25 Euro pro Quartal, verrechnet wurden aber 18,40 oder 17,60 Euro", schildert Roman I. Dann seien noch Gebühren für die Debitkarten dazugekommen. Laut seinen Berechnungen habe sich dadurch ein Schaden von rund 400 Euro über die Jahre 2023 bis 2025 ergeben.

Der Kunde wandte sich erneut an die Filiale. Die Arbeiterkammer habe ihm gesagt, dass Banken Gebühren zumindest drei Jahre rückwirkend zurückzahlen müssten. "Wenn man Glück hat, dann auch länger", habe man ihm dort erklärt.

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Zu einer Einigung kam es nicht, der Streit eskalierte weiter. Laut Roman I. seien zwischenzeitlich erneut Gebühren verrechnet worden – dieses Mal sogar noch mehr als zuvor. "Ich habe auf ein neues Kontopaket umgestellt, die haben mir das verrechnet, plus die alte Gebühr, noch dazu die Kosten für die Debitkarte!"

Roman I. fühlt sich "betrogen"

Der langjährige Kunde suchte erneut das Gespräch in der Filiale. "Ich fühle mich betrogen", habe er dort gesagt. Danach sei es zu einem "Hickhack" gekommen. "Die Dame hat das Büro verlassen und ist gegangen."

„Ich war dort 22 Jahre lang Kunde“
Roman I.

Eine halbe Woche später folgte dann der nächste Schock: die Kündigung sämtlicher Konten. "Ich war seit 22 Jahren Kunde", gibt sich Roman I. enttäuscht.

Das sagt die Bank

Die betroffene Bank wollte sich auf Anfrage von "Heute" nicht konkret zum Fall äußern. In einem schriftlichen Statement heißt es: "In dieser Angelegenheit müssen wir darauf hinweisen, dass wir zu individuellen Kundenverhältnissen grundsätzlich keine Auskunft erteilen. Dies ist aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht zulässig und dient dem Schutz der Privatsphäre unserer Kundinnen und Kunden."

Der Niederösterreicher wandte sich auch an die Ombudsstelle des Sparkassenverbands. "Ich habe denen alles gemailt, schon am 16. April. Bis heute bekam ich keine Reaktion." Unterstützung holte er sich außerdem bei der Arbeiterkammer. Dort habe man ihm gesagt, dass es "immer wieder Probleme" gebe und die Kommunikation schwierig sei.

Mittlerweile hat Roman I. bereits ein neues Konto eröffnet, bei einer anderen Bank. "Die haben das Vorgehen der Sparkasse nur mit einem Kopfschütteln kommentiert", erzählt er.

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