"Operation Fox"

Unfall, Führungsstil: Kritik an Chef von Polizeieinheit

Disziplinarmaßnahmen, fehlende Rückendeckung: In der BMI-Einheit, die auf Schlepperjagd geht, rumort es. Der Kommandant hingegen ortet eine "Intrige".
Erich Wessely
15.05.2026, 05:15
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Im Dezember 2022 wurde die BMI-Spezialeinheit "Operation Fox" gestartet: Ziel: Gegen Asylmissbrauch und Schlepperei im österreichisch-ungarischem Grenzgebiet vorzugehen. Die positive Energie im 30-köpfigem Team soll nach einem Kommandanten-Wechsel aber rasch gekippt sein.

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"Es war ein gut eingespieltes Team, mit Kollegen von allen Bundesländern, die Zusammenarbeit mit den ungarischen Kollegen funktionierte sehr gut", so ein Insider. Bereits die Begrüßungsworte zum Start des neuen Kommandanten seien niederschmetternd gewesen: "Ich habe euch nicht übernehmen wollen, sondern übernehmen müssen."

Schlepperjagden, gefährliche Einsätze: Der neue Chef soll auch durch Abwesenheit für Frustation sorgen: "Wir wurden oft uns alleine überlassen. Am Papier war er zwar anwesend, fuhr aber rasch immer wieder nach Hause", so ein Insider zu "Heute". Gefühlt ungerechte disziplinarische Konsequenzen werden in der Einheit diskutiert – etwa für ein Mitglied, das mit dem Dienstauto heimfuhr, nur um das Fahrzeug für eine "sanfte Anhaltung" zu präparieren.

"Wird mit zweierlei Maß gemessen"

Im Gegenzug soll der Kommandant mit seinem Dienstwagen, einem Audi A6, "zu einem Thermenwochenende" gefahren sein und Einkäufe mit dem Dienstwagen erledigt haben: "Hier wird leider mit zweierlei Maß gemessen", so die Kritik.

Unfall sorgt für Aufregung

Bis heute soll laut dem Insider ein Unfall Ende 2024 am Areal des Polizeikooperationszentrums Nickelsdorf (Bgld.) nicht gänzlich aufgeklärt worden sein: Der Beifahrer, ein Polizist, soll den Kommandanten mehrmals gebeten haben, ihn ans Steuer zu lassen. Der Chef soll abgewunken haben. Noch am Parkplatz kam es zum Crash – das Auto ein Totalschaden, der Beifahrer soll sogar ins Krankenhaus gebracht worden sein.

Es gehe auch um die menschliche Ebene, so die Kritik – die gefährlichen Einsätze mit Menschenleben seien überaus herausfordernd für die Einheit, "und dann fehlt der Rückhalt von oben".

Auf "Heute"-Anfrage heißt es seitens des Innenministeriums: "Verkehrsunfälle mit Dienstfahrzeugen werden grundsätzlich polizeilich aufgenommen. Sofern sich im Zuge von dienstlichen Abläufen Sachverhalte ergeben, die von rechtlich relevanter Natur sind, werden diese unverzüglich untersucht, bzw. an die zuständigen Behörden weitergeleitet."

Seit Dezember 2022 ist laut Innenministerium im Burgenland und im ungarischen Grenzgebiet die "Operation Fox" aktiv – "eine koordinierte Maßnahme zur Bekämpfung illegaler Migration und des organisierten Schlepperwesens an der österreichisch-ungarischen Grenze". Ausgangspunkt der Operation war die Situation im Jahr 2022, als im Grenzgebiet große Gruppen von Migrantinnen und Migranten aufgegriffen wurden. "Das beeinflusste das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung stark. Mit der Einrichtung der Operation Fox wurde ein abgestimmtes, mehrstufiges Kontroll- und Überwachungssystem eingeführt, das auf intensiver Zusammenarbeit zwischen österreichischen und ungarischen Sicherheitsbehörden basiert", heißt es.

Weiters werde darauf hingewiesen, "dass zu internen Abläufen und Bediensteten des Innenressorts aus datenschutzrechtlichen Gründen keine Detailauskünfte erteilt werden können".

Kommandant ortet "Intrige"

Der Kommandant sieht auf "Heute"-Anfrage eine "Intrige", er habe seine Schilderungen zu den Vorwürfen "meinen Dienstvorgesetzten bzw. der zuständigen Disziplinarbehörde weitergeleitet. Dort besteht die Möglichkeit einer objektiven Aufarbeitung der Vorwürfe durch Befragungen von Zeugen und Auskunftspersonen sowie durch die Einsichtnahme in Einsatzberichte und elektronische Dienstdokumentationen. Sie bekommen dann von offizieller Stelle die Antworten auf das 'Was war und ist'". Die gesetzten Maßnahmen würden jetzt zeigen, dass diese "gegen die nunmehrigen Outsider richtig waren".

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220 Schlepper auf ungarischem Staatsgebiet gestoppt

Zur Bilanz der "Operation Fox" hieß es Anfang 2026 seitens des Innenministeriums: Mit Beginn der Operation konnten 2.700 Migranten und 220 Schlepper auf ungarischem Staatsgebiet angehalten werden. Im Burgenland ging die Zahl der Aufgriffe von 29.823 im Jahr 2023 auf 2.691 im Jahr 2025 (Stand Mitte November) zurück – das bedeutet einen Rückgang um 90 Prozent. Auch bei den Schlepperfestnahmen im Burgenland ist dieser Trend erkennbar: Waren es 2024 39, liegt diese Zahl 2025 bei 5. Anders ist die Situation in Ungarn vor der österreichischen Grenze, die Zahl der Schlepperfestnahmen des letzten Jahres wurde 2025 übertroffen.

{title && {title} } wes, {title && {title} } 15.05.2026, 05:15
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