Die Modernisierungsarbeiten an der Pottendorfer Linie zwischen Wampersdorf und Ebenfurth laufen seit August 2025 auf Hochtouren. Der neue Bahnhof Ebenfurth nimmt Gestalt an, Bahnsteig und Dach stehen bereits.
In Pottendorf-Landegg ist der alte Bahnhof Geschichte, die neue Brücke über den Werkskanal entsteht. Und dazwischen dehnt sich ein viergleisiges Kreuzungsbauwerk für Züge aus. Das Genehmigungsverfahren für die Schleife Richtung Burgenland ist noch nicht abgeschlossen – ein Verfahren beim Verwaltungsgerichtshof ist anhängig.
Die umfassende und dringend notwendige Streckenattraktivierung- und Sanierung zwischen Wampersdorf und Ebenfurth beinhaltet die Modernisierung bzw. Neuerrichtung der Bahnhöfe Pottendorf-Landegg und Ebenfurth sowie die Errichtung eines viergleisigen Kreuzungsbereichs für Züge am südlichen Ortsende von Pottendorf.
Die Maßnahmen seien laut ÖBB essenziell, damit die Umlegung des Fernverkehrs von der Südbahn auf die Pottendorfer Linie gewährleistet ist – dies deshalb, damit im Bahnhof Wien Meidling die Verkehre der West- und Südstrecke entflechtet werden können. Erst danach können weitere Projekte wie die S-Bahn Stammstrecke in Wien fertigstellt, der Ausbau des Hauptbahnhofs Wr. Neustadt weitergeführt und der viergleisige Ausbau Wien Meidling – Mödling gestartet werden. Alle diese Projekte sind terminlich und bahnbetrieblich voneinander abhängig.
In Ebenfurth ist der neue Bahnhof an den Umfahrungsgleisen bereits deutlich sichtbar. Der Bahnsteig samt Dach steht bereits. Der Personentunnel nimmt Form an. Zahlreiche Oberleitungs- und Signalbauarbeiten sind erledigt. Bis August erfolgt die Neu-Errichtung eines Anschlussgleises zum Rübenlagerplatz und der Neubau des Rübenlagerplatzes selbst. Außerdem laufen Arbeiten für den Zugang von Seiten Haschendorf. Am Ortsende Richtung Eggendorf finden Arbeiten zur Kabelverlegung statt. Ein Begleitweg zur Bahn entsteht.
Seit Jänner fahren Züge zwischen Pottendorf und Ebenfurth nur auf einem von zwei Gleisen. "Wir errichten eine neue Brücke über den Werkskanal. Die alte ist bereits abgebrochen, die neue entsteht direkt daneben. Oberleitungsarbeiten sind weit fortgeschritten.
Der Personendurchgang in der Haltestelle wird modernisiert und an die neuen Verhältnisse angepasst. Ab Mitte 2027 gelangen Fahrgäste hier barrierefrei und komfortabel zum Zug. Im an die Haltestelle angrenzenden Straßenbereich (Jägerweg, Linke Bahnzeile) sind derzeit Einschränkungen erforderlich. Wir ersuchen Anrainer:innen die vorübergehend beengte Platzsituation zu beachten. Im August wandert das Baufeld von der Linken Bahnzeile auf die Rechte", heißt es seitens der ÖBB in einer Aussendung.
Damit die Pottendorfer Linie fit für die steigenden Verkehre der Zukunft wird, "errichten wir zwischen Pottendorf und Ebenfurth ein 1,6 km langes Kreuzungsbauwerk. In diesem Bereich verlaufen zwei Gleise der Pottendorfer Linie und künftig zwei Gleise der Schleife Ebenfurth. In dem insgesamt 4-gleisigen Bereich ist es erforderlich, den Zugverkehr zu entflechten".
Eines der Gleise wird in einer Unterführung geführt. Das ist verglichen mit einem Hausbau etwa wie ein Kellergeschoß. Die anderen drei Gleise laufen auf Erdgeschoß-Niveau. Das ermöglicht, dass Züge, die aus Richtung Wiener Neustadt kommen und nach Wien fahren, im Kreuzungsbauwerk "abtauchen" können. Jene Züge, die eine Ebene oberhalb von Wien in Richtung Burgenland abbiegen, haben dadurch freie Fahrt. Andernfalls müsste ein aus Wien kommender Zug, der Richtung Burgenland "abbiegen" möchte, immer den Gegenzug von Wiener Neustadt nach Wien abwarten.
Die Zuständigkeit der bescheidausstellenden Behörden (Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur, Länder Niederösterreich und Burgenland) verneint. Die ÖBB-Infrastruktur AG und die involvierten Behörden teilen diese Rechtsansicht nicht. Die ÖBB hat die Entscheidung daher beim Verfassungsgerichtshof angefochten. Dieser hat im März 2026 die Behandlung der Beschwerde abgelehnt und an den Verwaltungsgerichtshof abgetreten.
Alle involvierten Behörden haben ebenfalls beim Verwaltungsgerichtshof Revisionen gegen die Entscheidung des BVwG erhoben (Amtsrevisionen): "Damit heißt es für unzählige Burgenländische und Ungarische Pendler:innen "weiter warten auf eine schnelle Anbindung an die Bundeshauptstadt". Aus diesem Grund verbleiben vorerst auch der "alte" Bahnhof Ebenfurth sowie die bestehende Bahnstrecke mitten im Ortsgebiet von Ebenfurth weiterhin in Betrieb. Der Abtrag ist erst mit Inbetriebnahme der Schleife Ebenfurth möglich. Da der Zugverkehr vorerst sowohl am neuen als auch am alten Bahnhof erfolgen wird, ist vorgesehen, einen provisorischen, barrierefreien Übergangssteg vom alten zum neuen Bahnhof zu errichten", so die ÖBB.