Für viele Pendler in Niederösterreich soll die tägliche Fahrt nach Wien jetzt spürbar angenehmer werden. Am Mittwoch wurde der neue Cityjet Doppelstock der Österreichischen Bundesbahnen am Wiener Hauptbahnhof präsentiert und gleich auf seine erste Reise geschickt.
Die erste Premierenfahrt führte vom Wiener Hauptbahnhof nach Wiener Neustadt. Ab Ende Juni sollen die neuen Züge dann regulär auf der Strecke Wien - Payerbach/Reichenau unterwegs sein.
Bis Ende 2026 kommen insgesamt 45 neue Doppelstockzüge in der Ostregion zum Einsatz. Ihr Haupteinsatzgebiet wird die stark belastete Nord-Süd-Achse sein. Dazu zählen Verbindungen von Znojmo/Retz und Břeclav/Bernhardsthal über Wien weiter nach Wiener Neustadt und Payerbach-Reichenau.
Für Pendler bedeutet das vor allem eines: mehr Platz. Laut Niederösterreichs Verkehrslandesrat Udo Landbauer (FP) bringen die neuen Züge bis zu 25 Prozent mehr Sitzplätze bei schnellen Nahverkehrszügen wie CJX und REX.
"Das heißt konkret: weniger Gedränge, weniger Stress und mehr Lebensqualität am Weg zur Arbeit", betont Landbauer. Gerade auf Strecken wie der Südbahn, der Nordwestbahn und der Nordbahn werde man den Unterschied täglich spüren.
Auch die ÖBB rüsten kräftig auf. Insgesamt investieren sie rund 1,5 Milliarden Euro in 109 neue Cityjet-Doppelstockzüge für Niederösterreich und Wien. Bis 2030 sollen im Rahmen eines großen Investitionsprogramms rund 330 neue Züge angeschafft werden.
ÖBB-Chef Andreas Matthä spricht von mehr Komfort und mehr Kapazität im Nahverkehr. Besonders in der Ostregion seien viele Menschen mit der Bahn unterwegs, dort erbringen die ÖBB rund zwei Drittel ihrer gesamten Nahverkehrsleistung.
Die neuen Garnituren bieten neben mehr Sitzplätzen auch breite Einstiegsbereiche, Platz für Fahrräder, Kinderwägen und Gepäck, Steckdosen samt USB-Anschluss in jeder Sitzplatzreihe, gratis WLAN, Klimaanlage, Echtzeitinfos auf Monitoren sowie barrierefreie Bereiche. Mit bis zu 160 km/h geben die neuen Züge zudem ordentlich Gas.
Die sechsteilige Garnitur bietet auf 160 Metern rund 591 Sitzplätze. Die kürzere vierteilige Version kommt auf 371 Sitzplätze.
Auch für Radfahrer ist mehr Platz: In der langen Garnitur gibt es bis zu 60 Fahrradstellplätze – damit soll auch der Weg zum Bahnhof leichter werden.