Nach 50 Ehejahren allein

Von Trauer gelähmt – Oma (78) zieht sich völlig zurück

Eine 78-Jährige verlor ihren Ehemann – ohne ihn wurde der Alltag der Oberösterreicherin zur Qual. Ein Anruf bei der Krisenhilfe OÖ änderte alles.
Lea Strauch
26.06.2025, 04:00
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Sie verlor nicht nur ihren Ehemann, sondern auch ein Stück Zuhause: Der Tod ihres Partners stellte das Leben einer Pensionistin völlig auf den Kopf. Über 50 Jahre waren die beiden verheiratet gewesen – und ganz plötzlich war er nicht mehr da.

Trauer, die den Alltag lähmt

Auch der Alltag fiel der Dame dann immer schwerer: Dinge, die früher selbstverständlich waren – Einkaufen, Kochen oder ein Spaziergang – wirkten auf einmal nicht bewältigbar. Die 78-Jährige schlief schlecht, hatte kaum Appetit und zog sich immer mehr zurück.

Gespräche mit der Familie oder Bekannten mied die Frau, weil sie ihnen "nicht zur Last fallen" wollte. Die Freude an früheren Aktivitäten war verschwunden. Viele Stunden verbrachte sie allein in ihrer Wohnung, wo ihre Gedanken unaufhörlich um ihren verstorbenen Ehemann kreisten.

Schließlich wurde die 78-Jährige von ihrem Hausarzt an die Krisenhilfe OÖ verwiesen – und nahm die Unterstützung an. Im ersten Gespräch mit den Experten erklärte sie, an manchen Tagen nur noch aufzustehen, weil es "irgendwie sein muss".

Die Krisenhilfe OÖ

Um die Krisenversorgung in Oberösterreich flächendeckend und noch umfassender gewährleisten zu können, haben sich pro mente OÖ, EXIT-sozial, Rotes Kreuz, Telefonseelsorge OÖ und Notfallseelsorge unter dem Namen Krisenhilfe OÖ zusammengeschlossen.

Neben dem ständig verfügbaren Krisentelefon bietet die Krisenhilfe OÖ in psychosozialen Notsituationen auch Online- und Chatberatung, persönliche Gespräche und mobile Einsätze, etwa in Form von Hausbesuchen.

Die Krisenhilfe OÖ unterstützt in allen psychischen Notsituationen – rund um die Uhr, sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr unter der Telefonnummer 0732 / 21 77.

Alle Infos unter krisenhilfeooe.at.

Trauer darf Raum haben

Doch sie griff immer wieder zum Hörer – auch nachts – und kontaktierte die Krisenhilfe. "Die Möglichkeit, über die Sorgen, das auf einmal leere Zuhause und das eigene Älterwerden zu sprechen, kann schon vieles etwas leichter machen", erklärt Mitarbeiter Martin Schmid gegenüber "Heute".

Die regelmäßigen Telefonate halfen ihr, das Schwere ein Stück weit loszulassen. Bald darauf berichtete die Pensionistin, dass sie zum ersten Mal mit ihrer Tochter über die Situation gesprochen habe. Seitdem hätten die beiden wieder viel mehr Kontakt.

Entgegen ihrer Angst lästig zu sein, hätten ihre Tochter und die Enkelkinder sich unglaublich gefreut, dass sie endlich einmal wieder zu Besuch war. "Die Trauer darf und soll ihren Raum beanspruchen, Erinnerungen dürfen gepflegt werden und gemeinsame Gewohnheiten können zum Beispiel gezielt weitergeführt werden", betont der Experte. "So bleibt die Verbundenheit zu dem geliebten, verstorbenen Menschen in einer guten Weise bestehen."

{title && {title} } Lstr, {title && {title} } 26.06.2025, 04:00
Jetzt E-Paper lesen