Vor allem Junge sind nicht gegen Masern geimpft

Angesichts des gehäuften Auftretens von Masern betont das Bundesministerium für Gesundheit und Soziales einmal mehr die Wichtigkeit von Impfungen.
Eine Analyse der Durchimpfungsraten hinsichtlich Masern für das Jahr 2017 in Österreich ergab laut Gesundheitsministerium, dass es immer noch 48.000 zwei- bis fünfjährige Kinder gibt, denen die zweite nötige Masernimpfung fehlt. Weiter seien 27.000 Kinder im Alter von sechs bis neun Jahren und sogar eine halbe Million 15-30-Jährige nicht ausreichend gegen Masern geschützt sind.

Aktuell sorgen mehrere Masernerkrankungen in Graz für Aufsehen. Ein 15-Jähriger hat Kinder und Babys angesteckt, eine fatale Kettenreaktion wurde ausgelöst. "Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit, sondern eine schwere, hoch ansteckende Erkrankung", heißt es in einer Aussendung vom Gesundheitsministerium am Dienstag.

Masern sind nicht zu unterschätzen

"Einer von vier Erkrankten wird ins Krankenhaus eingeliefert, einer von fünf Masernkranken erleidet Komplikationen wie Lungenentzündung, Bronchitis, Mittelohrentzündung oder Gehirnentzündung. Die Erkrankung kann mit bleibenden Folgeschäden oder dem Tod einhergehen", warnt das Büro von Ministerin Beate-Hartinger Klein weiter.

Allen voran bei erkrankten Kindern unter 1 Jahr ist das Risiko enorm. Abgesehen von der unmittelbaren Gefahr besteht auch das Risiko, später noch Folgeerkrankungen zu erleiden. Noch dazu sind im Ausbruchsfall die zuständigen Behörden dazu verpflichtet, jede einzelne Kontaktperson eines Masernfalls zu identifizieren, zu kontaktieren, aufzuklären, den Impfstatus zu erheben, gegebenenfalls zu impfen oder entsprechenden Einschränkungen zu unterziehen.

Masern:
Erreger: Masernvirus (MeV)
Ansteckung: Tröpfcheninfektion
Inkubationszeit: 8 bis 10 Tage
Symptome: Roter, fleckiger Hautausschlag
Diagnose: Klinisches Bild, Antikörpernachweis
Behandlung: hustenlösende & fiebersenkende Medikamente
Immunität: Nach vorhergehende Infektion lebenslang
Vorbeugung: Impfung

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Drei Wochen Ausfall

Wer nicht ausreichend gegen Masern geschützt ist, kann im Falle eines Kontakts mit einem Masernfall bis zu 21 Tage vom Besuch von öffentlichen Einrichtungen (Arbeit, Schule, etc.) ausgeschlossen werden. Handelt es sich noch dazu um Risikogruppen (etwa Neugeborene), so kann die Verabreichung intravenöser Immunglobuline nötig werden, was eine Aufnahme im Krankenhaus bedeutet. So etwa aktuell in Graz, wo nun 28 Säuglinge zur vorsorglichen Behandlung stationär aufgenommen werden müssen, die Spitäler angesichts der Grippewelle aber mit Platzmangel kämpfen.

CommentCreated with Sketch.2 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Impfungen sind kostenlos

"Bei den Impfstellen der Bundesländer kann man sich impfen lassen, die Impfung ist für alle in Österreich lebenden Menschen kostenfrei. (...) Die Impfung gegen Masern ist freiwillig aber ich hoffe, dass sich viele Menschen impfen lassen", so Hartinger-Klein.

+++ Hier können Sie den Impfplan 2019 downloaden. +++

Hinweis: Der momentan in Österreich vorhandene Impfstoff gegen Masern ist ein Kombinationsimpfstoff mit Mumps und Röteln (MMR-Impfung). Entsprechend dem Impfplan Österreich 2019 werden zwei MMR-Impfungen ab dem vollendeten neunten Lebensmonat empfohlen. Fehlende MMR-Impfungen können und sollen in jedem Alter nachgeholt werden. Vollständiger Schutz kann nur angenommen werden, wenn schriftlich nachweisbar ist, dass zwei Impfungen gegen Masern vorliegen oder ein Schutz mittels einer Antikörperbestimmung (Blutabnahme) bestätigt ist.



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