Der Kostendruck bei Volkswagen macht auch vor der konzerneigenen Lkw-Sparte nicht halt. Der VW-Konzern erwägt offenbar, seine Beteiligung an der Nutzfahrzeug-Holding Traton zu reduzieren, die unter anderem die bekannten Marken Scania und MAN umfasst.
Aktuell hält Volkswagen 87,5 Prozent der Traton-Anteile. Dieses Paket hat einen Börsenwert von rund 16,6 Milliarden Euro. Geplant ist laut Insidern eine Reduzierung auf 75 Prozent plus eine Aktie – VW würde damit die Kontrolle behalten, aber erheblichen finanziellen Spielraum gewinnen.
"Wir spüren einen erhöhten Druck, unglaublich vorsichtig mit Geld, mit Kosten und mit Investitionen umzugehen", sagte Traton-Chef Christian Levin, wie "Bloomberg" berichtet. Der Druck seitens des Haupteigentümers habe zugenommen.
Für die Lkw-Holding könnte der Teilverkauf sogar zur Chance werden. Ein größerer Streubesitz dürfte mehr Investoren anlocken und die Handelbarkeit der Aktie verbessern. Zudem könnten neue Großaktionäre zusätzliche Kompetenz bei Technologie und Künstlicher Intelligenz einbringen.
Volkswagen plant unter Konzernchef Oliver Blume die umfassendste Neuausrichtung der Unternehmensgeschichte. Bis zu 100.000 Arbeitsplätze könnten wegfallen, vier Werke in Deutschland stehen zur Disposition. Die Kosten bei VW liegen nach Einschätzung des Managements rund 20 Prozent über denen der Konkurrenz.