Tausende Menschen geraten jährlich finanziell unter Druck, gerade Männer sind von enormen Schuldenbergen geplagt. Fast 9.000 Personen mussten im Vorjahr in Österreich Insolvenz anmelden.
Durchschnittlich hinterließen sie Verbindlichkeiten von 153.000 Euro – wobei klare Unterschiede nach Geschlecht zu verzeichnen sind.
Im Jahresvergleich stieg das durchschnittliche Schuldenausmaß zuletzt um rund 10.000 Euro. Das ist, wenn man die nach Passiva größten Fälle (über zehn Millionen Euro) der vergangenen beiden Jahre außen vorlässt.
"Das Ausmaß der Verschuldung pro Schuldner steigt seit dem Jahr 2022 stetig. Diese Entwicklung fand auch im Vorjahr ihre Fortsetzung", sagt Karl-Heinz Götze, Leiter der Insolvenzabteilung beim Kreditschutzverband (KSV1870).
Vor allem Männer geraten besonders tief in die Schuldenfalle. Sechs von zehn Menschen im Konkurs sind männlich – sie haben im Schnitt 194.000 Euro Schulden. Frauen kommen im Bundesschnitt hingegen auf durchschnittlich 86.000 Euro, also weniger als die Hälfte der Männer.
Auch Niederösterreich ist vom Privatkonkurs stark betroffen. Insgesamt 1.259 Menschen mussten hier Privatkonkurs anmelden. Besonders deutlich ist auch hier der Unterschied zwischen Männern und Frauen. Männer machen 60 Prozent der Fälle aus und stehen im Schnitt mit 174.000 Euro in der Kreide. Frauen kommen auf durchschnittlich 81.000 Euro.
Am häufigsten trifft es Menschen im Alter zwischen 41 und 60 Jahren – also jene, die mitten im Berufsleben stehen. Fast jeder zweite Privatkonkurs in Niederösterreich entfällt auf diese Altersgruppe.