Nach den zuletzt deutlich kühleren Tagen atmen viele Menschen in Österreich vorerst auf. Regen, Gewitter und niedrigere Temperaturen haben die lang anhaltende Hitzebelastung unterbrochen. Wer nun aber auf einen frühen Abschied des Sommers hofft, könnte sich täuschen. Neue Wetterprognosen deuten darauf hin, dass bereits in wenigen Tagen die nächste markante Hitzewelle ihren Anfang nehmen könnte.
ORF-Meteorologe Marcus Wadsak sieht in den aktuellen Wettermodellen deutliche Hinweise auf eine neuerliche Phase mit sehr hohen Temperaturen. Auf Facebook erklärte er, viele Menschen hätten inzwischen den Eindruck, der Sommer sei bereits vorbei, weil es heuer schon früh und über einen langen Zeitraum außergewöhnlich heiß gewesen sei. Genau dieser Eindruck könne jedoch täuschen. Wadsak kündigte an: "ABER – da kommt noch was und es kommt wohl dicke."
Nach seinen Angaben könnte sich rund um den 31. Juli die nächste Hitzewelle aufbauen. Anders als kurze Wärmephasen könnte sie Österreich über mehrere Tage begleiten und bis in den August hinein anhalten. Damit würde ausgerechnet jene Zeit besonders heiß ausfallen, die traditionell als Hochsommer oder Hundstage gilt. Auch andere Wettermodelle zeichnen derzeit ein ähnliches Bild.
Demnach könnte sich ein sogenannter "Heat Dome", also ein großräumiges Hochdruckgebiet mit sehr warmer Luft, über Teilen Mitteleuropas etablieren. Sollte sich dieses Szenario bestätigen, wären erneut außergewöhnlich hohe Temperaturen möglich. Allerdings weisen Meteorologen ausdrücklich darauf hin, dass Prognosen mit einem Vorlauf von mehr als einer Woche noch erhebliche Unsicherheiten enthalten.
Besonders viel Aufmerksamkeit erhält derzeit eine Langfristprognose für Wien. Einzelne Berechnungen sehen dort Anfang August Höchstwerte von bis zu 43 Grad. Auch gefühlte Temperaturen von knapp 49 Grad wurden in Modellrechnungen ausgewiesen. Ob diese extremen Werte tatsächlich eintreffen, lässt sich derzeit allerdings noch nicht seriös vorhersagen. Solche Langfristmodelle zeigen mögliche Entwicklungen, die sich in den kommenden Tagen noch deutlich verändern können.
Sollte die Hitzewelle tatsächlich eintreffen, würde Österreich erneut eine Phase mit hoher Belastung erleben. Vor allem in dicht verbauten Städten steigen die Temperaturen tagsüber besonders stark an, während die Nächte oft kaum Abkühlung bringen. Gerade ältere Menschen, Kinder und Personen mit Vorerkrankungen gelten dann als besonders gefährdet.
Für Meteorologen stehen nun die nächsten Modellläufe im Fokus. Sie werden zeigen, ob sich die Hinweise auf eine längere Hitzeperiode weiter verdichten oder ob die Entwicklung doch noch abgeschwächt wird.
Klar ist schon jetzt: Nach der kurzen Verschnaufpause dürfte das Wetter in Österreich auch in den kommenden Wochen für Gesprächsstoff sorgen.