Die anhaltende Trockenheit in Oberösterreich ist inzwischen auch an einem der beliebtesten Badeseen des Landes unübersehbar. Im Strandbad Seewalchen am Attersee wurden beim Sprungturm bereits Warnschilder aufgestellt. Der Grund: Der Wasserstand ist so niedrig, dass Badegäste ausdrücklich darauf hingewiesen werden.
Das am Wochenende aufgenommene Foto zeigt die Situation deutlich. Direkt neben dem Sprungturm steht ein Schild mit der Aufschrift: "Achtung! Niedriger Wasserstand!" Damit erreicht die Dürre nun auch die Strandbäder im Salzkammergut.
Die Warnschilder sind nur das jüngste Zeichen einer Entwicklung, die sich seit Wochen verschärft. Bereits zuletzt sorgten schockierende Bilder aus dem Salzkammergut für Aufsehen: Sowohl der Offenseebach bei Ebensee als auch der Rindbach führen derzeit kein Wasser mehr. Wo normalerweise Bäche fließen, sind nur noch Felsen und Schotter zu sehen.
Schon Ende Juni war zudem ein rund fünf Kilometer langer Abschnitt der Mattig zwischen Schalchen und Helpfau-Uttendorf vollständig trockengefallen. Tonnenweise Fische verendeten. Experten gehen zwar davon aus, dass sich das Ökosystem langfristig erholen kann, warnen aber, dass das Jahre dauern könnte.
Die anhaltende Hitze und das massive Niederschlagsdefizit setzen auch der Landwirtschaft massiv zu. Die Landwirtschaftskammer Oberösterreich berichtet von deutlich sinkenden Ertragserwartungen bei Getreide. Besonders kritisch ist die Lage beim Körnermais, dessen Blühphase genau in die aktuelle Hitzeperiode fällt. Auch der europäische Getreidehandelsverband COCERAL hat seine Ernteprognose für die EU nach unten korrigiert.
Zunehmend knapp wird das Wasser auch auf den Almen. Viele Quellen führen deutlich weniger Wasser, teilweise müssen Landwirte Wasser mit großem Aufwand vom Tal hinauftransportieren. "Jeder Tropfen Regen zählt. Ohne nachhaltige Wetterumstellung kann die Situation rasch kritisch werden", warnt LKOÖ-Präsident Franz Waldenberger.