Wartelisten und fallende Preise bei GIS-freien TVs

Fernseher, für die keine GIS-Gebühr gezahlt werden muss, sind in Österreich ungebrochen beliebt. Anbieter reagieren mit billigen Preisen und Wartelisten.
Kagis, Nogis und Pop-Tech bieten TV-Geräte an, für die keine GIS-Gebühr fällig wird. Möglich ist das, weil die Geräte über keine Tuner verfügen, also quasi nicht empfangsbereite Monitore sind. Entsprechend günstig können die Geräte angeboten werden.

Von 32 bis 65 Zoll

Bereits seit Ende 2018 und Anfang 2019 sind die GIS-freien TVs dermaßen beliebt, dass die Regale der Anbieter fast leer, die Geräte so gut wie ausverkauft sind.

Monatlich bis zu 600 Stück bringt ein Anbieter an den Kunden, verkauft werden Modelle zwischen 32 und 65 Zoll – wobei die 55 Zoll großen Tvs bei allen Anbietern das beliebteste Produkt der Kunden sind.

GIS wird auch ohne Empfang fällig

Die Beliebtheit der Geräte ist leicht erklärt: Bis zu 26,73 Euro pro Monat zahlen Österreicher je nach Bundesland für die ORF-Rundfunkgebühr. Der TV-Anteil muss dabei gezahlt werden, sobald man ein empfangsbereites Gerät, also einen Fernseher, bei sich zuhause stehen hat.

Die Regelung ist unabhängig davon, ob man das TV-Angebot überhaupt nutzen kann. Wer etwa keine SAT-Karte oder einen digitalen Zugang zum ORF-Angebot hat und dementsprechend ORF nicht schauen kann, muss trotzdem zahlen.

Wer einen Fernseher hat, muss die GIS bezahlen?
Falsch! Die GIS sagt: "Grundsätzlich gilt: Wenn Sie Geräte besitzen, die Rundfunktechnologien verwenden, handelt es sich um Rundfunk­empfangs­einrichtungen. Diese sind melde- und gebührenpflichtig. Unabhängig davon, wie oft Sie die Geräte einschalten und welche Programme Sie hören oder sehen."

Im Detail ist die Situation etwas skurril: Habe ich ein TV-Gerät daheim stehen und schaue nicht ORF, muss ich zahlen. Habe ich ein TV-Gerät und kann die ORF-Programme aber gar nicht empfangen (ohne CI-Modul oder ORF-DIGITAL-SAT-Karte), muss ich ebenfalls zahlen. Es geht nämlich darum, dass die Geräte "prinzipiell empfangsbereit" wären, egal ob man sie nutzt oder nicht.

Die GIS-Regelung bezieht sich allerdings nicht konkret auf ein Fernsehgerät, sondern auf eine "Rundfunkempfangseinrichtung". Und hier liegt der Fall vor, dass man sehr wohl einen Fernseher besitzen kann, ohne in die GIS-Pflicht zu fallen. Allerdings darf der Fernseher über keinen Tuner und Antennenanschluss verfügen. Somit wäre er nicht "empfangsbereit". Egal welche Programme – auch den ORF – man dann rein internetbasiert konsumiert, entfällt die GIS-Pflicht. Im Kern sind solche TV-Geräte nichts anderes als große Monitore mit allen Anschlüssen eines normalen Fernsehers, nur ohne Sat-/Kabel-Anschluss.
Fallende Preise, Wartelisten

Nachdem die Anbieter der GIS-freien Geräte in den vergangenen Wochen das Sortiment aufgefüllt haben, ist es teils wieder leer gekauft. Nun reagieren die Anbieter mit fallenden Preisen und Wartelisten.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. Bei Nogis ist der 55 Zoll große TV derzeit ausverkauft und vorbestellbar, die vier angebotenen Geräte wurden zwischen 30 und 250 Euro vergünstigt. Bei Kagis gibt es für alle drei angebotenen Modelle derzeit Wartelisten. Bei Pop-Tech sind alle vier Modelle derzeit noch erhältlich, auch hier fielen die Preise: Die Modelle sind zwischen 30 und 150 Euro billiger.

(rfi)



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