Alte Fotos, vertraute Lieder, der Geruch von Omas Küche: Nostalgie kann viel mehr als nur wehmütige Gefühle auslösen. Laut einer neuen Untersuchung macht sie uns tatsächlich dankbarer - und das hat einen konkreten Grund.
Ein Forscherteam um Jeffrey Green von der Virginia Commonwealth University in Richmond hat rund 300 Männer und Frauen zu ihrem Befinden befragt. Die Teilnehmenden gaben auch an, wie oft sie nostalgisch werden. Das Ergebnis: Wer häufiger in schönen Erinnerungen schwelgt, berichtet von deutlich mehr Dankbarkeit.
Wie spektrum.de berichtet, liegt der Schlüssel dafür in der sozialen Verbundenheit. Sentimentale Erinnerungen gehen demnach mit einem stärkeren Gefühl einher, sozial eingebunden zu sein - und genau das erklärt statistisch die größere Dankbarkeit.
Die Ergebnisse sind kein Zufall: Eine Längsschnitt-Erhebung mit mehr als 600 Teilnehmenden in den Niederlanden kam zum selben Schluss. Wer zu Beginn des Untersuchungszeitraums häufiger nostalgische Gefühle hatte, war Monate später dankbarer. Auch hier fühlten sich die Nostalgie-Fans sozial besser eingebunden.
In einem weiteren Experiment hörten Versuchspersonen ein Musikstück, das Nostalgie auslösen sollte. Wer dadurch tatsächlich in sentimentale Stimmung kam, war anschließend dankbarer.
Dankbarkeit wirkt sich nachweislich positiv auf die psychische Gesundheit aus. Bisher setzen Therapeuten vor allem auf Methoden wie gezieltes Tagebuchschreiben, um dieses Gefühl zu fördern. Nostalgie lässt sich aber viel einfacher und schneller hervorrufen - etwa durch Musik oder Fotos.
Das Forscherteam sieht darin großes Potenzial für die Psychotherapie. Wer also das nächste Mal alte Fotoalben durchblättert oder einen Lieblingssong aus der Jugend hört, tut sich damit womöglich mehr Gutes, als er denkt.