Wer beim Einkauf zu einer besonders großen Waschmittel-Packung greift, bekommt nicht automatisch mehr Inhalt. Genau davor warnt jetzt die Arbeiterkammer Oberösterreich nach einem aktuellen Test von Waschmittelpulvern. Die Konsumentenschützer stellten fest, dass zahlreiche Verpackungen deutlich größer wirken, als es der tatsächliche Inhalt rechtfertigt.
Bei mehreren Produkten bestand laut Untersuchung mehr als 40 Prozent der Verpackung nur aus leerem Raum. Die Kartons seien damit fast zur Hälfte mit Luft gefüllt gewesen. Für Kunden könne dadurch leicht der Eindruck entstehen, eine größere Menge Waschmittel zu kaufen, obwohl tatsächlich wesentlich weniger enthalten ist.
Die AK kritisiert dabei nicht nur die mögliche Irreführung beim Einkauf, sondern auch die Auswirkungen auf Umwelt und Ressourcen. Größere Verpackungen bedeuten mehr Kartonmaterial, mehr Transportvolumen und damit zusätzliche Belastungen für die Umwelt. Gerade Waschmittel würden oft in großen Mengen verkauft - kompaktere Verpackungen könnten daher erhebliche Mengen an Material einsparen.
Immer wieder melden sich laut AK verärgerte Konsumenten bei den Verbraucherschützern. Viele fühlen sich von sogenannten Mogelpackungen getäuscht. Andere ärgern sich vor allem über den unnötigen Verpackungsmüll.
Die Hersteller argumentieren häufig mit technischen Gründen für die großen Kartons. Der Leerraum solle etwa das Produkt beim Transport schützen, die Dosierung erleichtern oder verhindern, dass beim Öffnen zu viel Staub austritt.
Gesetzliche Grenzen für Luftanteile in Verpackungen gibt es in Österreich derzeit allerdings nicht. Vorgeschrieben ist nur, dass die tatsächliche Füllmenge und die Anzahl der Waschgänge korrekt angegeben werden.
Die AK empfiehlt deshalb, beim Einkauf nicht auf die Größe der Schachtel hereinzufallen. Viel wichtiger seien die Angaben zur Anzahl der Waschgänge und vor allem der Preis pro Waschgang. Genau dieser Wert zeige am besten, welches Produkt tatsächlich günstig ist. Im aktuellen Vergleich lagen die Kosten pro Waschgang zwischen 12 und 42 Cent.
Nun fordert die Arbeiterkammer strengere Regeln. Konkret verlangt sie eine gesetzliche Obergrenze für Luft in Verpackungen. Zusätzlich soll künftig eine verpflichtende Füllstandsanzeige auf Waschmittel-Packungen zeigen, wie voll die Kartons tatsächlich sind.