Die Zukunft einer gut ausgelasteten Hausarztpraxis in Bad Ischl (Bez. Gmunden) sorgt jetzt für politischen Wirbel. Nach dem Tod der Ärztin soll der frei gewordene Kassenvertrag laut SPÖ nicht nachbesetzt, sondern gestrichen werden – und das, obwohl es Interessenten für die Fortführung der Ordination geben soll.
Gesundheitssprecher Peter Binder machte sich gemeinsam mit Bürgermeisterin Ines Schiller (SPÖ) vor Ort ein Bild der Lage. Nach Gesprächen mit der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) konnte laut SPÖ bereits ein erster Schritt erreicht werden: Die Verantwortlichen seien zu einem Runden Tisch in der Region bereit.
"Dieser muss jetzt rasch stattfinden!", fordert Binder. "Einer funktionierenden Praxis die Fortführung zu verwehren, während wir andernorts händeringend nach Hausärztinnen und Hausärzten suchen, das ist absurd und kann sich Oberösterreich nicht leisten."
Die SPÖ argumentiert, dass die Praxis einen wichtigen Versorgungsauftrag erfülle und zudem weit entfernt vom neuen Primärversorgungszentrum liege. Kritik übt Binder auch an der Gesundheitsplanung in OÖ: "Es ist schlimm genug, dass die Verantwortlichen im Land mit fehlenden Ausbildungsplätzen zu Engpässen beim medizinischen Nachwuchs beigetragen haben."
Besonders unverständlich sei für ihn die mögliche Schließung trotz vorhandener Alternativen. Es gebe "definitiv mindestens eine Interessentin für die Fortführung der ausreichend ausgelasteten Praxis". Nun hofft die SPÖ auf ein Umdenken "im Interesse der Versicherten und Patient:innen".
Auch in Marchtrenk (Bez. Wels-Land) schlug die SPÖ kürzlich Alarm: Bürgermeister Paul Mahr wies darauf hin, dass es ab Juli in der rund 15.000-Einwohner-Stadt keinen Frauenarzt mehr gibt. "Es kann nicht sein, dass eine Stadt unserer Größenordnung künftig ohne gynäkologische Kassenversorgung auskommen muss", betonte der Ortschef.