Die seit Jahren andauernde Wasserkrise im Iran spitzt sich dramatisch zu. Präsident Massud Peseschkian schließt sogar nicht mehr aus, die Hauptstadt Teheran zu verlegen - eine gigantische Metropole mit 15 Millionen Einwohnern. "Die Lage ist ernst, und Teheran hat wirklich kein Wasser mehr", warnte er laut dem Portal Asr-Iran.
Wie ernst die Situation ist, zeigt ein Blick auf die Stauseen des Landes: Einer der größten könnte laut staatlicher Nachrichtenagentur IRNA binnen vier Wochen völlig austrocknen. In sieben Talsperren liegt der Füllstand unter zehn Prozent - zwei davon sind bereits komplett trocken. Besonders betroffen: die Provinzen Hormusgan und Fars.
Klimaforscher schlagen längst Alarm: Rund 80 Prozent der iranischen Stauseen seien praktisch leer. Bis zu den erwarteten Regenfällen im Herbst sei keine normale Wasserversorgung möglich, sagen Experten. Die Regierung reagiert mit drastischen Maßnahmen: Bis 26. Juli bleiben alle Behörden und Schulen geschlossen.
Präsident Peseschkian nennt die jahrelange Dürre als Hauptursache - spart aber nicht mit Kritik an früheren Regierungen: Sie hätten die Umweltprobleme schlicht ignoriert. Inzwischen wirkt sich die Krise auch auf die Wirtschaft aus: Fabriken stehen still, tausende Jobs sind in Gefahr.
Zudem wächst die Kritik an lokalen Behörden - ihnen wird Misswirtschaft vorgeworfen. Viele Menschen kehren der Hauptstadt unterdessen den Rücken und ziehen in wasserreichere Gebiete im Norden.