35 Jahre lang war Christian Wehrschütz beim ORF, davon über 25 Jahre als Korrespondent am Balkan und 10 Jahre in der Ukraine. Ende 2026 wird er mit 65 Jahren die Pension antreten, hat davor aber noch ein Buch über die Arbeit an der Front geschrieben. Aus diesem Anlass luden ihn Stermann und Grissemann am Montag ins "Gute Nacht Österreich"-Studio zum Interview.
Dort tritt er natürlich nicht mit leeren Händen ein, sondern mit zwei Geschenken aus der Ukraine für die Hosts. "Keine Bombe", versichert er bei der Übergabe. Stattdessen drinnen sind zwei Tassen mit einem Foto der Gastgeber sowie zwei Filzpuppen. Gefertigt wurden sie von einer Dame, die nur 130 km von Odessa unweit der Front entfernt lebt.
Zum Trinken bestellt der ORF-Kriegsberichterstatter einen Weißen G'spritzten und erzählt dabei von der Lage in der Ukraine und wie es dort weitergeht. An einen baldigen Waffenstillstand glaubt er jedenfalls nicht, und das werde wohl auch noch zumindest ein Jahr so bleiben. Einzige Option sei ein echter Frieden.
Seine breite Outfit-Palette bei den Live-Schalten erklärt Wehrschütz mit seiner eigenen Breite, die ihn quasi zu drei verschiedenen Garderoben zwinge: "Für weit mehr als 100 Kilo, für 100 Kilo und für 90 Kilo." Aktuell stehe er bei etwa 100.
Mit seinem Gehalt (211.000 Euro pro Jahr) sei er "sehr zufrieden", auch wenn er den Beruf nicht der Bezahlung wegen mache. Wohl auch deswegen sei in seinen Dienstländern nie der dort herrschenden Korruption verfallen. "Schau, das Problem ist, es war niemand bereit, die Summe zu zahlen, aber der ich bestechlich bin."
"Das ist die Überschrift morgen", hat Grissemann da schon richtig erkannt, ehe Wehrschütz fortsetzt: "Ich hab immer gesagt: Unter 30 Millionen Euro geht nix." Die scherzhafte Rechnung dahinter: "Erstens: Es muss zum Leben reichen. Zweitens: Es muss der Familie reichen. Drittens: Es muss ein Land sein, das kein Auslieferungsabkommen mit der EU hat. Und Viertens, was am wichtigsten ist: Die Zuschauer/Zuhörer müssen sagen: 'Der Wehrschütz is ka Trottel weil des hätt i a gnumman'."
Unter seinen vielen Ländern, die er beruflich bereist hat, sei er besonders Albanien verfallen, wobei Österreich immer sein Lieblingsland bleibe. Und hier genauer das "Elite-Bundesland" Steiermark – obwohl die Familie Wehrschütz in Salzburg lebt.