Nachfolger gesucht

"Weinendes Auge" – Bäckerei macht nach 122 Jahren dicht

Eine der ältesten Bäckereien im Zentralraum schließt nach 120 Jahren. Das Ehepaar hinter dem Betrieb verabschiedet sich in den Ruhestand.
Oberösterreich Heute
26.10.2025, 07:15
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In Dietach geht eine Ära zu Ende: Eine Bäckerei mit mehr als 120-jähriger Geschichte sperrt zu. Seit 1903 wurde am Heuberg in Stadlkirchen täglich frisches Brot gebacken – nun verabschieden sich die Eigentümer nach vier Jahrzehnten aus der Backstube.

Das Ehepaar, das den Betrieb in vierter Generation führt, zieht sich mit Ende des Jahres zurück. Einen Nachfolger aus der Familie gibt es nicht. Die Töchter haben andere Pläne. Dafür laufen bereits vertrauliche Gespräche mit potenziellen Interessenten.

"Wir werden am 1. Jänner mit einem weinenden und einem glücklichen Auge aufwachen", sagt die Prokuristin im Gespräch mit den "OÖN". Ihr Mann, der Geschäftsführer, blickt auf eine lange Karriere zurück: "Heuer stehe ich das vierzigste Jahr in der Backstube. Ende Dezember werde ich den letzten Teigling in den Backofen einschießen", sagte er laut Bericht.

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Die Dimensionen des Betriebs sind beachtlich: Drei Tonnen Brot, 20.000 Stück Gebäck und 900 Tonnen Mehl pro Jahr. Beliefert werden rund 150 Supermärkte, Institutionen und viele Privatkunden direkt an der Haustür. Die Mitarbeiterzahl ist unter ihrer Führung von 15 auf 35 gestiegen. Der Jahresumsatz liegt bei rund drei Millionen Euro.

Gut überlegte Entscheidung

Die Entscheidung zur Schließung sei keine spontane gewesen, sondern über drei Jahre gereift. "Wir wollten noch den Auftrag für das Bundesheer und die Spitäler abschließen", so die Prokuristin. Am Unternehmen hänge viel Herzblut: "Diesen Job muss man gerne machen, sonst geht es nicht."

Der Betrieb wurde laufend modernisiert, die Produktionsfläche auf 900 Quadratmeter erweitert. Nun soll jemand übernehmen, der anpacken will. Die Eigentümer bieten ein "florierendes Unternehmen mit hochwertigen Produkten, eingeführtem Namen und intensiver Arbeit". Geht alles glatt, bäckt bald jemand Neues am Heuberg – mit einem Erbe, das schwer wiegt: 120 Jahre Handwerkstradition.

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