Ex-Mitarbeiterin packt aus

"Welches Kind isst Lammhals?" – Wirbel um Kindergarten

Eine ehemalige Pädagogin zeichnet ein erschreckendes Bild aus einem Wiener Kindergarten. Nun wird auch die Politik aufmerksam.
Wien Heute
14.05.2026, 18:24
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Ein Kindergartenverein in Wien steht im Zentrum schwerer Vorwürfe. Eine ehemalige Mitarbeiterin spricht von massiven Missständen. Gegenüber "Heute" schildert sie alarmierende Zustände im Alltag der Kinder. Gleichzeitig geht es um Millionenbeträge, die der Betreiber von der Stadt Wien erhalten haben soll.

Ex-Mitarbeiterin packt aus

Laut der Kindergartenpädagogin sei an allen Ecken und Enden gespart worden. Im Winter sei die Heizung kaum aufgedreht worden, selbst die Beleuchtung war häufig unzureichend. Die Kinder seien dadurch teilweise im Dunkeln gesessen, schildert sie. Und das, obwohl der Kindergarten von der Stadt Wien hohe Fördersummen erhalten hat.

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"Mir haben die Kinder furchtbar leidgetan", sagt die Betreuerin. Sie möchte aus Angst anonym bleiben. Denn in diesem Kindergarten sollen einige Dinge im Argen gelegen haben. Schon länger seien ihr die Zustände seltsam vorgekommen. Doch ein Vorfall habe das Fass schließlich zum Überlaufen gebracht.

Hunger, Kälte und Sparmaßnahmen

Laut der Pädagogin habe es durchgehend zu wenig Essen für die Anzahl der Kinder gegeben. Die Portionen seien deutlich zu klein gewesen, viele Kinder hätten über Hunger geklagt. Eines Tages habe sie dann zufällig in einer Mappe Lieferscheine entdeckt. Darauf seien unter anderem 35 Kilogramm Lammhals und Koteletts vermerkt gewesen.

"Dieses ganze Fleisch haben die Kinder nie gesehen. Welches Kind isst Lammhals?", fragt sie sich. Ihr Vorwurf: Die Bestellungen seien zweckentfremdet worden. Später habe sie in weiteren Mappen auch als Mitarbeiter gemeldete Familienangehörige gefunden, die tatsächlich nie im Kindergarten aufgetaucht seien. "Hier war einiges sehr komisch", sagt sie.

ÖVP-Zierfuß fordert Aufklärung

Jetzt werden die Vorwürfe zu einem Fall für die Politik. Der Wiener ÖVP-Klubobmann Harald Zierfuß zeigt sich schockiert. "Das ist ein unfassbarer Skandal", sagt er. Laut seiner Anfrage an die Stadt Wien hat der Kinderbetreuungsverein seit Förderbeginn im Jahr 2011 in Summe rund 30 Millionen Euro bekommen.

Auch aktuell wird der Verein weiterhin gefördert – allein im Jänner 2026 mit knapp 190.000 Euro pro Monat. "Hier wird im großen Stil Steuergeld verschwendet", sagt er. Der Klubobmann fordert eine lückenlose Aufklärung und politische Konsequenzen. "SPÖ und NEOS haben die Situation nicht im Griff", so Zierfuß.

Kindergarten weist alle Vorwürfe zurück

Der Kinderbetreuungsverein weist die Vorwürfe über eine Rechtsanwältin entschieden zurück. Sämtliche bestellten und angekauften Lebensmittel würden ausschließlich im Rahmen des laufenden Betriebs verwendet. Die Behauptung, Lebensmittel seien privat für die Familie genutzt worden, sei "falsch" und werde "ausdrücklich zurückgewiesen".

Zudem betont der Verein, dass die Einrichtungen regelmäßigen Kontrollen durch die zuständigen Behörden unterliegen würden. Bislang seien dabei keine entsprechenden Mängel oder Beanstandungen festgestellt worden. Der Verein betont zudem, ordnungsgemäße und kindgerechte Speisepläne zu erstellen und diese auch entsprechend umzusetzen. Lebensmittel würden in ausreichender Menge bestellt und für die betreuten Kinder bereitgestellt.

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