Ein Ausflug ans Meer hätte für Schäferhund Bruce beinahe tödlich geendet. Der Vierbeiner trieb mutterseelenallein in einem aufblasbaren Kajak fast fünf Kilometer vor der Küste Großbritanniens, ehe er in letzter Minute entdeckt und gerettet wurde.
Besitzer Arran McArthur war mit Bruce am Strand von Bamburgh im Norden Englands unterwegs. Zum Spaß setzte er seinen Hund in ein aufblasbares Kajak im flachen Wasser.
Doch dann kam eine unerwartete Welle. Innerhalb von Sekunden wurde Bruce aus Arrans Griff gerissen. Ein kräftiger Wind blies das Kajak immer weiter aufs offene Meer hinaus. Der Besitzer sprang sofort ins Wasser und versuchte verzweifelt, seinem Hund nachzuschwimmen. Gegen Wind und Strömung hatte er jedoch keine Chance.
Zurück am Strand alarmierte Arran die Küstenwache. Auch ein Rettungsboot machte sich auf die Suche nach dem verschwundenen Hund. Den entscheidenden Hinweis hörte Touristenboot-Kapitän Jimmy Reid über Funk.
Der 36-Jährige hatte gerade rund 90 Ausflügler zu den berühmten Farne-Inseln gebracht und beschloss gemeinsam mit seinem Kollegen Aaron Fordy, ebenfalls nach Bruce zu suchen.
"Ich dachte, der Hund könnte deutlich weiter draußen sein als die anderen vermuteten", erzählte Reid später.
Nach rund einer halben Stunde entdeckte die Crew schließlich ein blau-weißes Kajak fünf Kilometer von der Küste entfernt. Auf den ersten Blick war von Bruce nichts zu sehen. "Wir waren eigentlich überzeugt, dass das Boot leer sein würde", sagte Reid.
Erst als das Schiff direkt neben dem Kajak war, sahen die Männer den völlig verängstigten Schäferhund. Bruce hatte sich tief im Boot zusammengerollt und bewegte sich kaum noch.
Die Bergung verlief allerdings alles andere als einfach. Als Crewmitglied Aaron Fordy den Hund an Bord holen wollte, rutschte Bruce aus seinem Geschirr und fiel erneut ins Meer.
Mit einem schnellen Griff gelang es Fordy jedoch, den bereits stark unterkühlten Hund aus dem Wasser zu ziehen. An Bord wurde Bruce sofort mit Handtüchern eingewickelt und bekam etwas zu trinken.
Kurz darauf kehrte das Boot in den Hafen zurück. Dort wartete bereits der erleichterte Besitzer. "Ich werde Bruce so schnell sicher nicht mehr in ein Kajak setzen", sagte Arran nach dem Wiedersehen.
Auch Kapitän Reid wird den Einsatz nicht so schnell vergessen: "Ich bin seit zehn Jahren auf See. Viele außergewöhnliche Dinge habe ich erlebt. Aber einen Hund allein in einem Boot mitten auf dem Meer habe ich noch nie gesehen."