Für Allergiker kann ein Wespenstich zum medizinischen Notfall werden. Ausgerechnet jetzt gibt es aber Probleme bei der Versorgung mit Adrenalinpens, das sind lebensrettende Notfallmedikamente zur Selbstbehandlung einer schweren allergischen Reaktion. In Österreich leiden über 300.000 Menschen an Allergien gegen Wespen- und Bienenstiche.
In Kärntens Apotheken ist der "EpiPen" derzeit vielfach nicht lagernd. Laut Kärntner Apothekerkammer soll er erst am 10. September wieder lieferbar sein, das berichtet die Kleine Zeitung. Als Ersatz wird ein vergleichbares Produkt aus Deutschland importiert.
Laut Hans Bachitsch, Präsident der Kärntner Apothekerkammer, hat auch die hohe Nachfrage zum Engpass beigetragen. "Viele glauben, dass sie das brauchen. Die Nachricht verbreitet sich dann wie ein Lauffeuer und sobald etwas knapp wird, wird es noch gefragter. Deshalb sind wir jetzt in dieser Situation", sagt Bachitsch.
Wer nicht dezidiert allergisch ist, braucht laut Experten keinen "EpiPen". "Und eine Schwellung, auch wenn sie sehr stark und unangenehm ist, ist keine allergische Reaktion", so Bachitsch.
Auch im Burgenland gibt es laut ORF Probleme. "Derzeit gibt es leider Lieferprobleme", erklärt Sabine Hoffmann von der Spitalsapotheke Eisenstadt.
Bei Allergikern kann ein Wespenstich zu Atemwegsverengungen, Übelkeit, Schwindel und einem starken Blutdruckabfall führen. Im Extremfall droht ein Kollaps.
Für Betroffene, die ihren Adrenalinpen tatsächlich benötigen, hat Bachitsch einen Hinweis: Im Notfall empfiehlt er auch die Verwendung eines Pens, dessen Haltbarkeitsdatum bereits überschritten ist. Die Chance sei sehr groß, dass der Wirkstoff noch funktioniert.