Gefährliches Tief in Anmarsch

Wetter im Mai – Unruhe bei Meteorologen wächst

Prognosen zeigen für Mai 2026 mehr Hitze und explosive Wetterlagen in Österreich - besonders die erste Monatshälfte gilt als heikel, warnen Experten.
Bernd Watzka
21.04.2026, 06:30
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Die großen Wettermodelle schlagen Alarm: Sowohl das US-Modell CFSv2 als auch europäische Berechnungen erwarten im heurigen Mai eine Abweichung von bis zu zwei Grad nach oben. Klingt harmlos, hat aber Folgen, so Johannes Habermehl von Meteored. Der deutsche Meteorologe blickt "mit wachsender Unruhe" auf die Wetterkarten für Mai.

Denn: Die prognostizierte warme Luft kann deutlich mehr Feuchtigkeit speichern. Pro Grad rund sieben Prozent zusätzlich - und genau diese Feuchtigkeit ist der Treibstoff für heftige Gewitter.

Wetterlage als Warnsignal

Aktuell blockiere ein stabiles Hoch über Nordeuropa die typische Westströmung. Solche Lagen gelten unter Meteorologen als "klassisches Vorzeichen" für Unwetter. Ähnliche Konstellationen gab es bereits im Mai der 2018, 2019, 2021 und 2023 - mit teils massiven Unwettern in Österreich.

An diesen Maitagen verwandelten sich Bäche in reißende Flüsse, Keller liefen voll, Straßen wurden überflutet. Auslöser war meist eine sogenannte "Tief Mitteleuropa"-Lage - und genau diese könnte sich heuer wieder einstellen.

Eine "Tief Mitteleuropa"-Lage ist eine spezielle Großwetterlage, die in Österreich oft für richtig ungemütliches Wetter sorgt. Kurz gesagt: Ein Tiefdruckgebiet sitzt genau über Mitteleuropa fest – und bewegt sich kaum, weil es von Hochdruckgebieten rundherum blockiert wird. Die Folge: Es entstehen immer wieder neue Gewitter – oft an denselben Orten. Häufig wüten Starkregen, Überschwemmungen und Hagel.

Prognostizierte Temperatur-Anomalien in Europa im Zeitraum Mai bis Juli 2026.
NOAA

Mai immer öfter zweigeteilt

Der Mai zeigt sich immer öfter zweigeteilt: frühsommerliche Hitze trifft auf polare Kaltluft. Wenn diese Gegensätze kollidieren, entstehen besonders gefährliche Gewitterzellen. Diese sogenannten Superzellen bringen Hagel, Sturmböen und Starkregen, warnen Wetterexperten.

Sogar Nachtfrost möglich

Besonders tückisch: Baut sich zuvor eine stabile Warmwetterlage auf, fällt der darauffolgende Kaltlufteinbruch umso heftiger aus. Selbst Nachtfrost ist in Tälern nicht ausgeschlossen. Für Hobbygärtner heißt das: Vorsicht bei frisch gesetzten Pflanzen.

Vor allem die erste Maihälfte gelte als kritisch, so Habermehl. Wer Feste plant, sollte einen wetterfesten Plan B parat haben. Erst rund um den 20. Mai dürfte sich die Lage entspannen.

Extremwetter und globale Erwärmung

Einzelne Extremereignisse lassen sich meist nicht auf eine einzelne Ursache zurückführen. Fakt ist laut UN-Weltklimarat: Durch die Klimakrise werden Extremwetterereignisse wie Überschwemmungen, Hitzewellen und Stürme häufiger und intensiver. Das heißt: Niederschläge und Stürme werden stärker, Hitzewellen heißer und Dürren trockener.

{title && {title} } bw, {title && {title} } 21.04.2026, 06:30
Jetzt E-Paper lesen