"Das wird heute ein geschichtsträchtiger Wettertag. Ost-Österreich liegt heute im europäischen Hitze-Hotspot, und genau hier dürften auch Hitzerekorde fallen", schrieben die Experten der Unwetterzentrale UWZ Dienstagfrüh auf Facebook. Dazu veröffentlichten sie eine Kartendarstellung der erwarteten Maximaltemperatur in Europa.
Mehr brauchte es nicht. Die Farbgebung lässt einige User Rot sehen und ihren Blutdruck in die Höhe schnellen. Ein Auszug:
Die Farbkritik ist ein bekanntes Phänomen, das durch manipulierte Sharepics in den Sozialen Medien immer wieder hochgekocht wird. Bekannteste Beispiele sind jene, die zwei Screenshots von TV-Wetterkarten samt eingeblendetem Sendedatum gegenüberstellen, die beweisen sollen, dass die vermeintlich bedrohliche rote Farbgebung erst vor wenigen Jahren eingeführt wurde, "um Panik zu verbreiten" und "normale" Temperaturen dramatischer erscheinen zu lassen. Dem ist nicht so. Zum Teil stammen diese aus unterschiedlichen Sendungen oder zeigen gar eine "Vorher"-Karte, die keinerlei Einfärbung nach Temperatur hat.
Fakt ist: Rot für heiß ist schon lange Standard. Und jetzt schießen die Temperaturen sogar noch über den dafür vorgegebenen Bereich hinaus. Auf der Karte der UWZ schlägt die Karte somit auf Violett um. Was es nämlich vor wenigen Jahren nicht gegeben hat, sind wiederholt 40 Grad im Sommer!
Selbst, wenn die Karte rosa eingefärbt und mit Einhörnern, Glitzer und Regenbogen verziert wird – 40 Grad bleiben 40 Grad. Die Flauschigkeit der Darstellung ändert rein gar nichts an der tatsächlichen Dramatik der extremen Außentemperaturen in Österreich.
Die UWZ-Meteorologen stellen klar: "Violett ist nicht das neue Rot. Es ist das Ergebnis davon, dass Rot inzwischen nicht mehr ausreicht. [...] Wenn's noch heißer wird, ist die Farbe auf der Karte vermutlich unser kleinstes Problem."
Am Dienstag hält die Hitzewelle unvermindert an, weiterhin trocken und häufig sonnig bleibt es im Osten sowie in den südlichen Becken. Im westlichen und zentralen Bergland ist mit einzelnen, aber heftigen Gewittern mit viel Regen, lokal auch Hagel und stürmischen Böen zu rechnen. Im östlichen Flachland frischt tagsüber lebhafter Südostwind, am Bodensee am Abend Westwind auf. Die Temperaturen erreichen neuerlich 31 bis 39, vom Nordburgenland bis ins Weinviertel sogar um die 40 Grad.
Der Mittwoch beginnt meist trocken und besonders in der Südosthälfte sonnig. Ab Mittag wird es zunächst im Berg- und Hügelland, gegen Abend dann auch im Flachland zunehmend gewittrig. Dabei besteht Unwettergefahr! Trocken und häufig sonnig bleibt es vom Villacher Becken bis ins Südburgenland. Der Wind dreht auf West, bei Gewittern ist mit lokalen Sturmböen zu rechnen. Von West nach Ost werden 29 bis 39, im äußersten Osten vereinzelt 40 Grad erreicht.
Am Donnerstag regnet es an der Alpennordseite immer wieder schauerartig, von Beginn an sind auch Gewitter dabei. Diese breiten sich tagsüber aus, lokal besteht Unwettergefahr. Zeitweise lässt sich aber auch die Sonne blicken, am längsten freundlich bleibt es ganz im Süden. Der Wind weht mäßig bis lebhaft, bei Gewittern auch kräftig mit stürmischen Böen aus West bis Nordwest. Von Nordwest nach Südost liegen die Höchstwerte zwischen 25 und 38 Grad.
Der Freitag beginnt im Osten und Süden gebietsweise sonnig, von der Früh weg sind aber Schauer und Gewitter dabei. Diese werden tagsüber zahlreicher und kräftiger, dabei besteht neuerlich Unwettergefahr. An der Alpennordseite regnet es zunächst häufig, im Tagesverlauf lässt der Regen nach und von Nordwesten her lockert es auf. Abgesehen von stürmischen Gewitterböen weht schwacher bis mäßiger, im Osten auch lebhafter Wind aus nördlichen Richtungen. Je nach Sonne werden 20 bis 31 Grad erreicht.