Live-Podcast der WU Wien

Taschengeld bis Krypto – So lernst du Umgang mit Geld

Sparen, Kredite, ETFs, Krypto: Finanzbildung begleitet Menschen ein Leben lang und beginnt früher als viele denken. Die WU Wien gibt einen Einblick.
Digital  Heute
04.08.2026, 10:33
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Geld begleitet Menschen ein Leben lang. Schon mit dem ersten Taschengeld beginnen die ersten Erfahrungen mit Sparen, Ausgeben und Planen. Später kommen größere Entscheidungen dazu: ein Kredit für eine Wohnung, die Altersvorsorge oder die Frage, wie man Geld sinnvoll anlegt. Doch viele Menschen fühlen sich bei Finanzthemen unsicher. Über Geld wird häufig wenig gesprochen, obwohl finanzielle Entscheidungen den Alltag und die Zukunft stark beeinflussen können.

Genau darum geht es in der fünften Folge des WU-Wissens-Podcasts "Welthandelsplatz 1". Bei der Live-Aufzeichnung im Rahmen der Langen Nacht der Forschung diskutierten Podcast-Host Andreas Sator und Bettina Fuhrmann, Professorin für Wirtschaftspädagogik an der WU Wien, über den Umgang mit Geld – von den ersten Sparzielen bis zu modernen Anlageformen wie Kryptowährungen. "Mit Geld umgehen zu können, ist eine Herausforderung, vor der jeder Mensch steht", sagt Bettina Fuhrmann. Die Expertin beschäftigt sich an der WU Wien mit Wirtschafts- und Finanzbildung und leitet dort das Kompetenzzentrum für Finanzbildung.

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Finanzwissen betrifft jeden Menschen

Dabei geht es laut Fuhrmann nicht nur um komplizierte Finanzprodukte oder Börsenwissen. Finanzielle Bildung betrifft ganz alltägliche Entscheidungen: Wie viel Geld gebe ich aus? Was kann ich sparen? Wann ist ein Kredit sinnvoll? Und wie kann ich langfristig vorsorgen? Die Podcast-Folge macht deutlich, dass Finanzwissen keine Spezialkenntnis für Fachleute ist. Wer wirtschaftliche Zusammenhänge versteht, kann eigene Entscheidungen besser einschätzen und seine Zukunft aktiver planen.

Ein Schwerpunkt der Diskussion war die Frage, welche Investition sich langfristig besonders auszahlt. Dabei ging es nicht nur um Geldanlagen, sondern auch um persönliche Entwicklung. In einer Arbeitswelt, die sich schnell verändert, stellt sich zunehmend die Frage, welche Fähigkeiten Menschen in Zukunft brauchen. Manche Berufe, die in den kommenden Jahren entstehen könnten, gibt es heute möglicherweise noch gar nicht. Fuhrmann betont deshalb die Bedeutung von Offenheit und Lernbereitschaft. "Das Wichtigste ist, dass Menschen neugierig bleiben und bereit sind, sich zu verändern", sagt die Wissenschaftlerin.

Der Umgang mit Geld beginnt schon bei Kindern

Gerade diese Fähigkeit könne langfristig auch die finanzielle Situation beeinflussen. Wer sich weiterbildet und flexibel bleibt, kann besser auf Veränderungen am Arbeitsmarkt reagieren. Viele denken bei Finanzbildung zuerst an Erwachsene und Themen wie Gehalt, Kredite oder Altersvorsorge. Doch laut Fuhrmann beginnt der Umgang mit Geld deutlich früher. Schon Kinder können lernen, wie Sparen funktioniert, welche Wünsche sofort erfüllt werden können und für welche Ziele Geduld notwendig ist. Taschengeld kann dabei eine wichtige Rolle spielen, weil Kinder erste eigene Entscheidungen treffen und daraus Erfahrungen sammeln.

Auch die Frage, ob Bargeld oder digitale Zahlungsmethoden besser geeignet sind, spielt eine Rolle. Entscheidend sei vor allem, dass junge Menschen verstehen, welche Folgen ihre finanziellen Entscheidungen haben. Kredite gehören für viele Menschen zum Alltag. Ob für eine Wohnung, eine Ausbildung oder größere Anschaffungen: Eine Finanzierung kann sinnvoll sein, bringt aber auch Verpflichtungen mit sich. In der Podcast-Folge wird deshalb darüber gesprochen, welche Fragen sich Menschen vor einer Kreditaufnahme stellen sollten.

Geldanlage zwischen Wissen und Bauchgefühl

Wie hoch ist die monatliche Belastung? Passt die Rückzahlung langfristig zum eigenen Einkommen? Und handelt es sich um eine wichtige Investition oder nur um einen kurzfristigen Wunsch? Gerade bei Konsumkrediten können unüberlegte Entscheidungen später teuer werden. Finanzwissen kann dabei helfen, Risiken besser einzuschätzen. Viele Menschen möchten ihr Geld nicht nur am Konto liegen lassen, sondern langfristig vermehren. Gleichzeitig ist die Unsicherheit groß: Soll man einzelne Aktien kaufen? Ist der perfekte Zeitpunkt entscheidend? Oder zählt vor allem Geduld?

Bettina Fuhrmann erklärt im Gespräch, warum wissenschaftliche Erkenntnisse beim Vermögensaufbau eine wichtige Rolle spielen. Manche weit verbreiteten Vorstellungen über Geldanlagen würden einer genaueren Betrachtung nicht immer standhalten. Gerade bei langfristigen Entscheidungen sei es wichtig, Risiken zu verstehen und nicht nur auf kurzfristige Entwicklungen zu reagieren. Besonders stark diskutiert wird derzeit das Thema Kryptowährungen. Digitale Währungen versprechen für manche Anleger hohe Gewinne, gleichzeitig können die Kurse stark schwanken.

Ein volles Konto bedeutet nicht automatisch Sicherheit

Im Podcast wird erklärt, warum schnelle Gewinnversprechen viele Menschen anziehen und weshalb hohe Renditechancen oft mit höherem Risiko verbunden sind. "Die Aussicht auf schnelle und hohe Gewinne setzt oft die Bereitschaft voraus, ein hohes Risiko einzugehen", sagt Fuhrmann. Auch andere Anlageformen wie ETFs werden im Zusammenhang mit langfristigem Vermögensaufbau eingeordnet. Entscheidend sei nicht nur die mögliche Rendite, sondern auch die eigene Risikobereitschaft.

Viele Menschen empfinden Geld am Konto als besonders sicher. Doch steigende Preise können den Wert von Erspartem über längere Zeit verringern. Inflation spielt deshalb eine wichtige Rolle bei finanziellen Entscheidungen. Wer Geld über viele Jahre erhalten oder vermehren möchte, muss auch berücksichtigen, wie sich die Kaufkraft verändert. Finanzielle Sicherheit bedeutet laut der Diskussion daher mehr als nur einen bestimmten Betrag auf dem Konto zu haben. Es geht auch darum, die eigenen Möglichkeiten und Risiken zu verstehen.

Nach der Live-Aufzeichnung konnten Besucherinnen und Besucher der Langen Nacht der Forschung ihre Fragen direkt an Bettina Fuhrmann stellen. Dabei ging es unter anderem um Finanzbildung für Kinder, den Umgang mit Geldtabus in Österreich und die finanzielle Selbstständigkeit von Frauen. Die WU Wien sieht Finanzbildung deshalb als wichtige gesellschaftliche Aufgabe. Sie soll Menschen dabei unterstützen, bessere Entscheidungen rund um Konsum, Sparen, Kredite und Vermögensaufbau zu treffen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 04.08.2026, 10:33
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