Steuerbonus für Aktien-Anleger

Streit um private Altersvorsorge – SPÖ bremst ÖVP-Pläne

Die ÖVP will Aktiengewinne nach einer Behaltefrist von der KESt befreien. Während die Neos den Vorstoß unterstützen, lehnt die SPÖ ihn ab.
Newsdesk Heute
28.07.2026, 20:32
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Die Diskussion über steuerfreie Aktiengewinne nimmt in der Regierung erneut Fahrt auf. Die ÖVP will langfristiges Investieren attraktiver machen und schlägt vor, die Kapitalertragsteuer (KESt) auf Kursgewinne nach einer mehrjährigen Behaltefrist abzuschaffen.

Konkret geht es um Aktien, die etwa zehn Jahre gehalten werden. Nach Ablauf dieser Frist sollen auf Kursgewinne keine KESt mehr anfallen. Derzeit beträgt die Steuer auf Kapitalerträge 27,5 Prozent. Eine vergleichbare Regelung gab es in Österreich bereits bis 2011 – damals mit einer Behaltefrist von einem Jahr.

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SPÖ lehnt Vorschlag ab

Unterstützung erhält die Volkspartei vom Koalitionspartner Neos. Die Partei spricht sich seit Langem für eine Wiedereinführung einer Steuerbefreiung nach einer Behaltefrist aus. Dadurch könne die private Altersvorsorge gestärkt und langfristiges Wachstum gefördert werden. Darüber hinaus zeigen sich die Neos auch offen für steuerliche Erleichterungen bei Dividenden und Zinserträgen.

Die SPÖ stellt sich hingegen klar gegen den Vorschlag. Aus Sicht des Koalitionspartners wäre eine KESt-Befreiung teuer und würde nur wenigen Menschen zugutekommen. Statt Steuererleichterungen für Kapital solle der Schwerpunkt auf der Entlastung von Arbeitseinkommen liegen.

Regierung will Vorsorge stärken

Einig sind sich die Regierungsparteien grundsätzlich darin, dass das Pensionssystem breiter aufgestellt werden soll. Bereits beschlossen wurden Änderungen bei der "Abfertigung neu", um die betriebliche Altersvorsorge zu stärken.

Wie die private Altersvorsorge künftig gefördert werden soll, bleibt im Regierungsprogramm allerdings offen. Dort ist lediglich von einer Weiterentwicklung der zweiten und dritten Säule des Pensionssystems sowie einer Prüfung im internationalen Vergleich die Rede.

Während andere europäische Länder bereits steuerliche Begünstigungen für langfristiges Sparen umgesetzt haben, bleibt die prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge in Österreich wenig gefragt. Nach Angaben der Finanzmarktaufsicht sank die Zahl der entsprechenden Verträge im Jahr 2025 bereits das 13. Jahr in Folge. Seit dem Höchststand 2012 ging die Zahl der aktiven Verträge um mehr als 55 Prozent auf zuletzt rund 729.000 zurück.

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