Eigentlich hatten die Taucher in der Straße von Sizilien eine andere Aufgabe, dennoch gelang es ihnen, historische Aufnahmen anzufertigen. Es war wohl das erste Mal, dass ein Weißer Hai im Mittelmeer unter Wasser gefilmt wurde. Doch wie kam es überhaupt dazu?
An jenem Tag war das freiwillige Taucherteam auf einer Hochseemission zur Entfernung von Geisternetzen. In diesen würden sich immer wieder Meeresschildkröten, große Fische und andere Arten verfangen und sterben. Organisiert wurde die Aktion von der Healthy Seas Foundation mit den Projektpartnern Ghost Diving und SDSS.
Mit dabei war auch Ghost-Diving-Taucher Derk Remmers. Ihm gelang es, die historischen Aufnahmen zu machen. Demnach war das Team gerade mit der Entfernung eines Geisternetzes von einem Schiffswrack beschäftigt, als das Tier plötzlich auftauchte und auf die Taucher zuschwamm.
Remmers zufolge kreiste der Weiße Hai um die Gruppe bis er das Interesse verlor und wieder abdrehte. Das Tier sei auf jeden Fall riesig gewesen. "Wir waren alle ein bisschen geschockt und fasziniert", so der Taucher.
Besonders brisant: Trotz seines Rufes als gefährliches Raubtier soll sich der Hai nicht aggressiv verhalten haben. Wie Remmers im "Heute"-Talk verriet, sei das Tier eher "ruhig" gewesen. Er habe "wie der Chef" im Ozean gewirkt.
Der Taucher gestand, dass die spektakulären Aufnahmen fast gar nicht zustande gekommen wären. Die Kamera war nämlich ausgeschaltet – auf so einen Moment sei man nicht unbedingt vorbereitet gewesen. Glücklicherweise habe es Remmers geschafft, die Kamera rechtzeitig anzuschalten. Keine leichte Aufgabe, denn man wisse ja nicht, ob der Hai einen als mögliche Nahrung wahrnimmt.
Am Ende ging jedoch alles gut und der Taucher kann sich über den Moment freuen. "Statistisch gesehen ist es viel wahrscheinlicher, den Lotto-Jackpot zu gewinnen, als einem so ikonischen Tier unter Wasser zu begegnen. Man kann Jahrzehnte damit verbringen, Wracks zu betauchen und Geisternetze zu entfernen, aber nichts bereitet einen auf einen Moment vor", so Remmers.
Trotz des Aufeinandertreffens mit dem großen Raubtier haben die Taucher danach wie nach Plan mit der Bergung der Geisternetze weitergemacht. "Denn genau dieser Moment hat die Bedeutung unserer Arbeit sehr klar gezeigt", betont Remmers.