Nach dem Treffen von US-Präsident Donald Trump mit dem ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj in Florida bleiben wichtige Fragen auf dem Wege zum Frieden zwischen Russland und der Ukraine offen. Trump sprach von "großen Fortschritten". Selenskyj gab sich hingegen skeptischer.
In der ZIB2 analysierten die beiden Experten Reinhard Heinisch (USA-Experte, Universität Salzburg) und Gerhard Mangott (Russland-Experte, Universität Innsbruck). Sie stellten sich den Fragen von Moderator Martin Thür.
Heinisch nahm im Gespräch mit dem ORF-Mann Bezug auf den US-Präsidenten und dessen Ansichten. Trump wolle die MAGA-Bewegung besänftigen. Trump nehme beim Versuch, Frieden zu stiften durchaus in Kauf, dass dieser zum Nachteil der Ukraine sei. Er habe aber verstanden, dass es nicht ohne die Ukrainer und die Europäer gehe.
Russland-Experte Mangott wiederum zeichnete ein durchaus düsteres Bild von Russlands Präsident Wladimir Putin. Dieser habe kein Interesse an einer Verhandlungslösung, vielmehr sei er an einem Sieg interessiert. Weil Russland auch militärisch weitermachen könne, würde sich Moskau nicht scheuen, Maximalforderungen zu stellen.
Mangott gibt zu bedenken, dass die Ukraine umfassende Sicherheitsgarantien fordere. Es sei aber fraglich, ob sich die Partner darauf einlassen und im Ernstfall tatsächlich Soldaten gegen Putin entsenden würden. Das hätten sie in den vergangenen Jahren "aus gutem Grund" nicht getan.
Zwar brauche Putin den Krieg zur inneren Legitimation. Doch das sei nicht der Hauptgrund. Das große Ziel des Kreml-Despoten sei es, Russland wieder als geopolitische Großmacht zu etablieren. So wolle er sich einen Platz in den Geschichtsbüchern sichern. Allerdings: Das Risiko eines russischen Angriffs auf ein (europäisches) NATO-Land bewertet Mangott als "gering".