500 Mio. Euro Schaden

Wien Hotspot für Scheinfirmen – 341 Fälle aufgeflogen

2025 wurden alleine in Wien 341 Scheinunternehmen rechtskräftig verurteilt. Österreichweit waren es 411 betrügerische Unternehmen.
Wien Heute
11.02.2026, 10:23
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Scheinfirmen boomen weiter – vor allem in Wien. Im Vorjahr wurden hier 341 Scheinunternehmen rechtskräftig verurteilt, österreichweit waren es 411. Der Schaden für die öffentliche Hand ist enorm: Rund 500 Millionen Euro sind laut Finanzministerium durch Scheinunternehmen entgangen – mehr als die Hälfte davon alleine bei den Sozialversicherungen.

"Klassische Scheinunternehmen sind im personalintensiven Bereich angesiedelt, da zahlt es sich aus: Bau, Baunebengewerbe, Reinigungsbereich, Security- und Transportbereich", erklärt Christian Ackerler, Vorstand des Amts für Betrugsbekämpfung. Dass gerade Wien so stark betroffen ist, sei kein Zufall: "Wien ist der Hotspot, weil der Markt und der Wirtschaftsfaktor im Umkreis entsprechend groß sind."

Doppelt so viele Verurteilungen

Im Vergleich zu 2024 hat sich die Zahl der Verurteilungen österreichweit verdoppelt. Der Grund: Mehr Hinweise, gezielte Kontrollen und eine schärfere gesetzliche Definition. Wird eine Firma als Scheinunternehmen enttarnt, verliert sie ihre UID-Nummer – der wirtschaftliche Stecker wird gezogen. Doch oft tauchen Nachfolgefirmen rasch wieder auf.

AK fordert härtere Strafen

Die Arbeiterkammer begrüßt den Kurs der Regierung, fordert aber schärfere Sanktionen: "Wer arbeitet, muss sich darauf verlassen können, dass er korrekt bezahlt und angemeldet wird", so die AK in einer Aussendung. Ines Stilling, Sozialbereichsleiterin der AK, meint: "Wer Menschen um ihr Einkommen bringt, schädigt redliche Unternehmen und alle Steuerzahler:innen."

Laut AK-Studie ist Unterentlohnung oft sogar dann noch profitabel, wenn die Firmen erwischt werden – weil die Strafen niedriger sind als das eingesparte Geld.

{title && {title} } red, {title && {title} } 11.02.2026, 10:23
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