Parkstrafen sorgen in Wien immer wieder für Ärger. Diesmal traf es "Heute"-Leser Anton* (Name von der Redaktion geändert*). Um Strafzettel zu vermeiden, hat der Wiener vorsorglich stets Parkscheine im Auto und kauft regelmäßig neue nach. Doch genau das wurde ihm nun zum Verhängnis.
Als er am Mittwochabend gegen 18.00 Uhr seinen blauen VW in der Davidgasse in Wien-Favoriten abstellte, legte er einen ausgefüllten Parkschein gut sichtbar hinter die Windschutzscheibe. Wenig später folgte dennoch die böse Überraschung: Unter den Wischerblättern lag nämlich eine Organstrafverfügung über 50 Euro. Der Grund für die Strafe könnte ärgerlicher gar nicht sein: Der verwendete Parkschein war veraltet und deshalb ungültig.
"Entweder habe ich alte mit neuen Parkscheinen vermischt oder ich habe in der Trafik bereits veraltete bekommen", vermutet Anton. Nach eigenen Angaben achte er beim Kauf nicht jedes Mal auf den aufgedruckten Preis, da dafür im Alltag oft die Zeit fehle.
"Ich finde, das ist Abzocke. Alte Parkscheine kann man nicht einmal umtauschen", ärgert sich der Wiener. Er wünscht sich eine kulante Lösung für Autofahrer, die versehentlich einen nicht mehr gültigen Parkschein verwenden.
Besonders ärgert den Wiener, dass trotz des ausgefüllten Parkscheins die volle Strafe fällig wird. Aus seiner Sicht wäre in einem solchen Fall eine reduzierte Strafe angemessener. "Ich hatte ja einen Parkschein im Auto – nur leider den falschen", sagt Anton. Eine derart hohe Strafe könne er deshalb nicht nachvollziehen.
Seit 1. Jänner 2026 kostet Parken in Wien 1,70 Euro pro halbe Stunde. Alte Parkscheine zum früheren Tarif konnten nur noch bis 30. Juni 2026 verwendet werden, danach verlieren sie ihre Gültigkeit.
Der ÖAMTC kritisiert, dass nicht genutzte Parkscheine damit praktisch wertlos werden, und fordert die Stadt Wien erneut auf, eine Umtauschmöglichkeit gegen Aufzahlung auf den neuen Tarif zu schaffen. "Das wäre eine faire und praktikable Lösung für die Betroffenen", so ÖAMTC-Verkehrsexperte Nikolaus Nagler.