Ein gehöriger Rausch, Geldsorgen und eine gescheiterte Beziehung: Am Montag musste sich ein 61-jähriger Österreicher am Wiener Landesgericht wegen schweren Raubes verantworten. Am 9. Juni soll er mit einer täuschend echt aussehenden Waffe eine Postfiliale in der Krottenbachstraße in Wien-Döbling überfallen haben.
Vor Gericht zeigte sich der Angeklagte reumütig. "Es tut mir leid. Eine Freundin von mir ist gestorben, danach habe ich wieder angefangen zu trinken", erklärte der 61-Jährige. Der Alkohol habe sein Leben zunehmend aus der Bahn geworfen. "Ich hatte Mietschulden, dann hat sich auch meine Freundin von mir getrennt."
Schließlich habe er den folgenschweren Entschluss gefasst, die Postfiliale auszurauben. Am Tattag begann er allerdings schon früh zu trinken. "Ich habe in der Früh eine ganze Flasche Wodka getrunken", schilderte er vor Gericht. Beim Überfall hatte er laut Verfahren rund 1,7 Promille Alkohol im Blut.
Maskiert betrat der 61-Jährige kurz vor 18 Uhr die Filiale und bedrohte die Mitarbeiter mit einer Schreckschuss- beziehungsweise Luftdruckwaffe. Laut Anklage hielt er die täuschend echte Waffe teilweise sogar an die Köpfe der Angestellten und drohte damit, sie zu erschießen. Zweimal soll er die Waffe repetiert haben, wobei auch eine Patronenhülse ausgeworfen wurde.
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Ein Mitarbeiter packte schließlich 2.845 Euro aus zwei Kassen in einen Sack. Doch damit gab sich der Räuber nicht zufrieden: Er verlangte auch Geld aus dem Tresor und ging sogar selbst in den hinteren Bereich der Filiale, um nachzusehen.
Genau das dürfte ihm schließlich zum Verhängnis geworden sein. Während der schwer alkoholisierte Räuber nach weiterem Geld suchte und anschließend mit seiner Beute Richtung Ausgang marschierte, war die Polizei bereits alarmiert.
Die Beamten trafen noch rechtzeitig ein und nahmen den 6-Jährigen fest, bevor er überhaupt die Postfiliale verlassen konnte. Für die Mitarbeiter hatte der Überfall dennoch schwere Folgen: Sie erlitten einen Schock, eine Angestellte bekam eine Panikattacke und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Der Räuber kassierte 10 Jahre Haft.