Prozess in Wien

Post-Räuber (60) waren zwei Geldsäcke nicht genug

Mit einer Waffe soll ein 60-Jähriger eine Postfiliale in Döbling überfallen und 2.845 Euro erbeutet haben. Nun muss er sich vor Gericht verantworten.
Wien Heute
06.09.2026, 20:45
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Ein bewaffneter Überfall auf eine Postfiliale in der Krottenbachstraße (Wien-Döbling) beschäftigt am Montag (7.9.) das Gericht. Ein 60-jähriger Österreicher soll am 9. Juni kurz vor 18 Uhr maskiert die Filiale betreten und die dortigen Mitarbeiter mit einer täuschend echt aussehenden Waffe bedroht haben.

Der Mann soll die Schusswaffe dabei nicht nur vor die Körper der Angestellten gehalten, sondern sie laut Anklage teilweise sogar auf deren Köpfe gerichtet und mit dem Erschießen gedroht haben.

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Hielt Waffe an den Kopf der Angestellten

Um seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen, soll der 60-Jährige die Waffe gleich zweimal repetiert haben. Dabei wurde auch eine Patronenhülse ausgeworfen. Für die Mitarbeiter musste die Situation damit wie eine akute Lebensgefahr gewirkt haben. Ein Angestellter händigte dem Maskierten schließlich Bargeld aus zwei Kassen aus und verstaute es in einem Sack.

Insgesamt ging es laut Anklage um 2.845 Euro. Doch das Geld aus den Kassen war dem mutmaßlichen Räuber offenbar noch nicht genug. Er verlangte zusätzlich Bargeld aus dem Tresor. Als ihm die Mitarbeiter erklärten, dass dort kein weiteres Geld vorhanden sei, soll sich der Bewaffnete selbst in den hinteren Bereich der Postfiliale begeben haben, um die Angaben zu überprüfen.

Polizei nahm 60-Jährigen fest

Danach kehrte der 60-Jährige mit seiner Beute in den Kundenraum zurück und wollte die Filiale verlassen. Doch inzwischen war die Polizei alarmiert worden. Die ersten Einsatzkräfte trafen noch rechtzeitig ein und nahmen den Verdächtigen fest, bevor er das Gebäude verlassen konnte. Die bei ihm sichergestellte Waffe stellte sich schließlich als Schreckschuss- beziehungsweise Luftdruckwaffe heraus.

Für die bedrohten Mitarbeiter war der Überfall dennoch alles andere als glimpflich verlaufen. Sie erlitten einen Schock. Eine Angestellte bekam eine Panikattacke und musste von der Berufsrettung Wien zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden.

Angeklagtem drohen bis zu 15 Jahre Haft

Nun muss sich der 60-Jährige wegen des Verbrechens des schweren Raubes vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, die Mitarbeiter unter Verwendung einer Waffe bedroht und wiederholt die Herausgabe des gesamten Bargeldes verlangt zu haben. Für schweren Raub unter Verwendung einer Waffe sieht das Gesetz eine Freiheitsstrafe von einem bis zu 15 Jahren vor.

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