Tragische Ausmaße nahm ein Familienkonflikt in Salzburg an. Am Donnerstag musste dort eine 65 Jahre alte Frau aus dem Pinzgau vor dem Landesgericht verantworten. Der Vorwurf: Stalking. Das Opfer: ihre eigene Enkelin.
Die 13-Jährige soll auf ihrem Schulweg mehrmals von der Oma abgepasst worden sein, berichten die "Salzburger Nachrichten". Es gab Smalltalk und Geldgeschenke, doch die Eltern des Mäderls hatten der Großmutter den Kontakt verboten – schriftlich sogar.
"Wir hatten früher eine innige Beziehung mit unseren Enkelkindern. Ich liebe sie. Ich bin einfach aus Verzweiflung hingefahren", so die Großmutter vor Gericht. Ihr Schaden zuzufügen sei nie ihre Absicht gewesen, auch hatte die 13-Jährige keine Angst bei den Treffen.
Unangenehm sei es ihr trotzdem gewesen. "Ich wollte dann immer weggehen und die Oma ist mir dann nachgegangen und hat weiter mit mir geredet, hat mich gefragt, wie es in der Schule so läuft und was ich in meiner Freizeit mache", erzählt die Enkelin laut "SN".
Vom Vorwurf der beharrlichen Verfolgung wurde die Großmutter letztlich freigesprochen, weil das Mädchen nie gesagt habe, dass sie das nicht möchte. "Ich gehe davon aus, dass der Familienkonflikt hier eine große Rolle gespielt hat. Das Mädchen steht sichtlich zwischen den Stühlen." Der Angeklagten gibt sie bezüglich der Treffen am Schulweg aber noch einen Tipp mit: "Bitte lassen Sie das. Es bringt nichts."