Der Ärger um die Parkstrafen während der Sonnenfinsternis auf der Sophienalpe bekommt neue Brisanz: An diesem Abend hatten Hunderte Menschen versammelt, um das seltene Himmelsschauspiel zu beobachten.
Für viele wurde aber schon die Anreise zum Problem. Parkplätze waren knapp, rund um die Zufahrten kam es laut Schilderungen zu Staus: "Hunderte Bürgerinnen waren gezwungen, auf diversen Straßenrändern im Bereich des Wienerwaldes zu parken", schildert ein Zeuge gegenüber dem "Kurier" – er wurde infolge abgestraft. 98 Euro soll er zahlen, weil er sein Fahrzeug sei im Park- und Halteverbot auf dem Großparkplatz des ehemaligen Einkehrgasthofs abgestellt hatte.
"Mir ist bewusst, dass Gesetz nun mal Gesetz ist", beklagt er. Er empfindet die Strafe dennoch als "perfide Aktion" der Parkraumüberwachung: "Sonst ist dort nie jemand oben, das hier ist eine Abzocke der Bürgerinnen."
Auch "Heute"-Leserreporter Benedikt fuhr an diesem Abend auf die Sophienalpe. Der 43-jährige Wiener stellte sein Auto in einer verbotenen Zone ab – und bekam später ebenfalls eine Strafe über 98 Euro. Für ihn hatte der Abend deshalb einen bitteren Nachgeschmack: "Da geht es nur ums Abkassieren."
Besonders ärgerlich sei für ihn gewesen, dass er nach eigenen Angaben durch ein Social-Media-Video der Stadt Wien auf die Sophienalpe als Beobachtungspunkt aufmerksam wurde. Wenn ein Ort für ein solches Ereignis genannt werde, hätte es seiner Meinung nach auch Hinweise auf die begrenzten Parkmöglichkeiten oder ein Parkplatzmanagement geben müssen.
Die Stadt verweist nun auf die Lage vor Ort. Die MA 67 erklärte, die Kontrollen seien "auf Ersuchen der Landespolizeidirektion Wien" gemeinsam mit der Polizei durchgeführt worden. Wegen des starken Verkehrsaufkommens habe der Verkehr vorübergehend geregelt werden müssen.
Wie die MA 67 gegenüber dem "Kurier" festhält, sei es zu "massiven Verparkungen" gekommen. Das Zu- und Abfahren sei demnach "nicht bis nur sehr eingeschränkt möglich" gewesen. Trotz des riesigen Andrangs habe es nur fünf Beanstandungen durch die Parkraumüberwachung gegeben. Polizeiliche Anzeigen habe es keine gegeben.
Die Sophienalpe war bereits früher wegen Parkärgers in den Schlagzeilen. Auf dem Großparkplatz beim ehemaligen Einkehrgasthof hatte es zuvor ein privates Modell mit hohen Forderungen gegeben, das inzwischen nicht mehr angewendet wird. Diesmal ging es nicht um diese frühere Parkplatzpraxis, sondern um Halte- und Parkverbote im öffentlichen Bereich.
Für Benedikt bleibt der Abend dennoch teuer. Aus dem seltenen Blick zur Sonne wurde für ihn eine 98-Euro-Erinnerung – und auf der Sophienalpe bleibt die Frage, wie solche Besucheranstürme künftig besser gelenkt werden.