Wiener Prostituierte lernten im Lockdown Fischen

In Österreichs Bordellen herrschte in den Lockdowns "tote Hose". Ein Wiener Laufhaus-Manager verrät nun, was die Frauen in dieser Zeit machten.

Der Wiener Saunaclub "Funpalast" ist Österreichs größtes Bordell. In Spitzenzeiten sind in dem Bordell bis zu 100 Sex-Arbeiterinnen tätig, um sich um das Wohl ihrer Kunden zu kümmern. Doch die Prostituierten haben harte Zeiten hinter sich und kämpften in der Corona-Pandemie oftmals ums Nackte überleben.

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Puffs, Laufhäuser, Sauna- und Swinger-Clubs hatten lange Zeit komplett geschlossen – eine große Herausforderung für die Freudenmädchen. Viele von ihnen mussten aufgrund der Lockdowns in die illegale Wohnungs-Prostitution ausweichen. Das Sex-Geschäft in den eigenen vier Wänden erlebte im Jahr 2021 einen wahren Höhepunkt.

"Prostituierte vom Staat vergessen"

"Vom Staat wurden Prostituierte, von denen es etwa 10.000 in Österreich gibt, fast vergessen. Und wenn an sie gedacht wurde, dann wurden sie nur mit wenigen hundert Euro Corona-Hilfe bedacht", erzählt Laufhaus-Manager Peter Laskaris im Gespräch mit "Heute".

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In den Lockdowns habe daher die Familie innerhalb der Rotlicht-Szene eine zentrale Rolle für die Mitarbeiterinnen gespielt. "Der 'Funpalast' ist ein familienfreundlicher Betrieb und für viele Damen war die Familie des Bordells ganz besonders wichtig", so Laskaris weiter.

Funpalast-Chef und "Papa" Christoph Lielacher habe die Frauen in dieser Zeit nicht nur finanziell unterstützt oder gratis wohnen lassen, sondern habe auch gemeinsame Aktivitäten unternommen. "Ihnen wurde etwa das Fischen beigebracht", so der Saunaclub-Manager.

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Während des Lockdowns habe zudem die Renovierung des Saunaclubs stattgefunden. "Es wurde die Zeit auch genutzt, um zu trainieren und viele Damen haben die Theorie in die Praxis umgesetzt", erklärt Laskaris zu "Heute". Außerdem hätten einige Damen die Zeit "noch sinnvoller genutzt und die Familie im Lockdown erweitert".

Wie "Heute" in Erfahrung bringen konnte, gibt es im "Funpalast" derzeit nämlich gerade einen regelrechten Baby-Boom! Zehn Frauen sind schwanger geworden. "Daran hat größtenteils der Lockdown schuld", so Laskaris. Der Wiener Saunaclub in Liesing habe aktuell wohl "mehr Babys als Gäste".

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"Acht Kinder sind schon geboren", erzählt der Puff-Manager weiter, zwei sind unterwegs. "Im Fitness-Center ist jetzt mehr Mama&Baby"-Training als normal, da alle ihre Kilos wieder verlieren wollen", so Laskaris zu "Heute". "Puff Daddy" Lielacher freue sich aber schon sehr auf den Familien-Zuwachs. Riesige Kuschel-Teddys wurden jedenfalls bereits eingekauft.

Trotz der "Frauen-Knappheit" macht sich Laskaris keine große Sorgen, weil "wir das gut managen". Allerdings bereitet dem Laufhaus-Manager die Omikron-Variante des Coronavirus ein wenige Kopfzerbrechen. Laskaris geht sogar davon aus, dass es Anfang 2022 einen weiteren Lockdown geben wird.

"Der 10. Jänner als Lockdown-Datum geistert hinter den Kulissen herum", so der Saunaclub-Manager. Zu Silvester ist der Funpalast jedenfalls geschlossen, ansonsten gilt auch in Bordellen – wie in der Gastronomie – die Sperrstunde um 22.00 Uhr!

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