Wiener vernadern Nachbarn auf Facebook bei der Polizei

Wegen vermeintlicher Verstöße gegen die Corona-Verordnung der Bundesregierung wenden sich User via Facebook an die Wiener Polizei.

Derzeit verbringen viele Österreicher viel Zeit daheim. Mitunter auch vor dem PC oder dem Smartphone auf der Facebook-Seite der Wiener Polizei. Die Exekutive informiert laufend auch in sozialen Netzwerken über die aktuelle Lage der Corona-Maßnahmen. Ausgangsbeschränkungen, Mindestabstand von einem Meter zwischen Menschen, die nicht im selben Haushalt leben.

Und: Die Polizei erhält Hinweise auf Fehlverhalten in der Kommentarsektion. Da empören sich User darüber, dass der Nachbar Besuch hat oder ein Park, in dem man gerade selbst sitzt, so voll ist. Aber auch spielende Kinder und Menschen, die sich verdächtig nahe kommen, sowie Familien auf Spaziergang werden gemeldet.

"Bei Bedarf Polizei rufen"

Das Social-Media-Team der Polizei antwortet ruhig auf die Wortspenden: Mit einem Abstand von einem Meter zu Menschen, mit denen man nicht zusammen wohnt, darf man sich im Freien aufhalten, Ausflüge mit dem Auto sind gestattet. Und: "Bei Bedarf die Polizei rufen."

In ganz Österreich schrieb die Polizei bereits rund 7.000 Anzeigen wegen Verstößen, betont aber, das nur bei Uneinsichtigen zu tun. Der Strafrahmen bei Verstößen reicht bis zu 3.600 Euro für Einzelpersonen. Laut Wiens Polizeipräsident Gerhard Pürstl dürften sich die tatsächlich ausgesprochenen Geldstrafen für Uneinsichtige im ersten Drittel des Rahmens und damit in der Höhe von einigen Hundert Euro bewegen. Deutlich höher sind die Strafen für Gastronomiebetriebe, die trotz des Verbotes aufsperren. Sie müssen im Fall einer Anzeige bis zu 30.000 Euro bezahlen.

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