Nach einer weggeworfenen Fußmatteund einem entfernten Kalenderärgert sich nun die nächste Wienerin über eine "Entrümpelung" im Gemeindebau. Der Kinderwagen der alleinerziehenden Mutter wurde aus dem Stiegenhaus entfernt. "Ich habe das Wagerl nur kurz auf den Gang gestellt, um das Vorzimmer besser putzen zu können. Als ich danach meine 3-jährige Tochter vom Kindergarten abholen wollte, bemerkte ich, dass er weg war", berichtet die 24-Jährige gegenüber "Heute".
Die Wienerin vermutete, es handle sich um einen Diebstahl – bis sie einen Brief von Wiener Wohnen erhielt. 56 Euro stellt man ihr für die "Entrümpelung" in Rechnung. "Ich finde das so herzlos. Man hätte kurz anklopfen können, dann hätte ich den Kinderwagen entfernt", klagt die 24-Jährige.
Für die Alleinerziehende ist das Geld ohnehin knapp. Um den Kinderwagen wiederzubekommen, müsste sie, zusätzlich zur Strafe von 56 Euro, weitere 33 Euro draufzahlen. Dieses Angebot wird sie allerdings nicht annehmen: "Ich habe gleich als ich dachte, der Kinderwagen sei gestohlen worden, einen neuen gekauft", ärgert sich die Wienerin.
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Wiener Wohnen hingegen erzählt eine andere Geschichte – man habe die Wienerin mehrmals darauf hingewiesen, sie solle den Kinderwagen entfernen: "Wir können die Darstellung so nicht bestätigen: Zu drei unterschiedlichen Terminen innerhalb von zwei Monaten ist der Kinderwagen jedes Mal am Gang abgestellt vorgefunden worden. Wir legen zum Schutz aller Bewohner größten Wert auf eine penible Einhaltung der Brandschutzvorgaben in allen Wiener Gemeindebauten. Dazu gehören Kontrollgänge in den Anlagen mehrmals im Jahr", berichtet ein Sprecher von Wiener Wohnen.