Kaum Pausen für Kosmetikerin

Wienerin musste trotz Teilzeit fast Vollzeit arbeiten

Die 23-Jährige war für 22 Stunden angestellt, arbeitete fast 40 Stunden. Das Geld dafür bekam sie zuerst schwarz – dann gar nicht mehr. Die AK half.
Claus Kramsl
15.05.2026, 05:30
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Eine 23-jährige Kosmetikerin aus Wien arbeitete offiziell nur Teilzeit. In Wahrheit musste sie aber fast wie eine Vollzeitkraft schuften. Bezahlt wurde die zusätzliche Arbeit laut Arbeiterkammer (AK) teils "schwarz" – und später gar nicht mehr. Erst mit Hilfe der AK Wien bekam die junge Frau ihr Geld.

Jasna P. (Name geändert) war für 22 Stunden pro Woche angestellt. Einen schriftlichen Arbeitsvertrag oder Dienstzettel erhielt sie laut AK nie. Trotzdem arbeitete die junge Frau regelmäßig deutlich mehr als vereinbart.

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Mehrarbeit zählte nicht für Sonderzahlungen und Pension

Besonders brisant: Laut ihrer Darstellung leistete die Kosmetikerin bis zu 50 zusätzliche Arbeitsstunden pro Monat. Die Mehrarbeit wurde zunächst bar "unter der Hand" bezahlt - allerdings ohne Zuschläge und natürlich auch nicht pensionswirksam. Auch für Urlaubs- und Weihnachtsgeld zählten die geleisteten Mehrstunden nicht. Und irgendwann blieb dann selbst dieses schwarz ausbezahlte Geld aus.

Auch Pausen seien praktisch unmöglich gewesen. Der Grund laut der Betroffenen: zu viel Arbeit und zu wenig Personal.

Obwohl Jasna P. mehrfach um eine Vollzeitstelle bat, blieb sie offiziell Teilzeitkraft - obwohl im Betrieb offenbar klar zusätzlicher Arbeitsbedarf bestand.

Schließlich wandte sich die 23-Jährige an die Arbeiterkammer Wien. Die Juristen unterstützten sie bei einer Klage wegen Teilzeitdiskriminierung. Mit Erfolg: Der Arbeitgeber zahlte laut AK sofort mehr als 1.000 Euro und übernahm zusätzlich die Verfahrenskosten.

„Dieser Fall ist einer von vielen, der zeigt, dass es sich auszahlt, sich von der AK beraten zu lassen“
Bianca FadlerAK-Arbeitsrechtsexpertin

Arbeitsrechtsexpertin Bianca Fadler von der AK Wien sagt: "Dieser Fall ist einer von vielen, der zeigt, dass es sich auszahlt, sich von der AK beraten zu lassen. Arbeitnehmer:innen, die keine Vollzeitstelle und dann auch keine Zuschläge für die geleistete Mehrarbeit bekommen, sehen wir in der Praxis leider sehr häufig."

AK rät: Arbeitszeiten genau mitschreiben

Auch fehlende schriftliche Unterlagen seien ein großes Problem. "Auch ein korrekter Dienstzettel wird oft nicht ausgestellt, obwohl Arbeitgeber gesetzlich dazu verpflichtet sind", so Fadler. Die AK rät Beschäftigten deshalb, Arbeitszeiten genau zu dokumentieren und sich bei Problemen rasch beraten zu lassen.

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