Tierischer Rekord

Bamm! So lange laufen diese Männchen für die Liebe

Drei junge Wildhund-Männchen aus Sambia haben auf ihrer Partnersuche den bisherigen Wanderrekord deutlich gebrochen. GPS-Daten zeigen 4.126 Kilometer.
Heute Tierisch
17.09.2026, 08:09
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Afrikanische Wildhunde können bei der Suche nach einer Partnerin und einem eigenen Revier enorme Strecken zurücklegen. Drei junge Männchen aus Sambia wanderten nach ihrem Weggang vom Geburtsrudel unglaubliche 4.126 Kilometer weit.

Die Tiere verließen das Mayukuyuku-Rudel im Kafue-Nationalpark und zogen zunächst nach Osten, dann nach Norden bis in die Nähe der Städte Kitwe und Ndola. Anschließend kehrten sie rund 200 Kilometer auf ihrer eigenen Route zurück und wanderten weiter ostwärts.

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Jedes Fleckenmuster des Wildhundes ist einzigartig, wie ein Fingerabdruck.
iStock©nicholas_dale

Die Forscher der Montana State University um Prof. Scott Creel haben diese außergewöhnlich langen Wanderungen ausgewertet. Das Team verfolgte die abwandernden Gruppen mit GPS-Halsbändern und rekonstruierte ihre Wege zwischen Nationalparks, Wildschutzgebieten und ungeschützten Regionen. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Ecology veröffentlicht.

Alter Rekord deutlich übertroffen

Die drei Männchen ließen sich schließlich im Luano Game Management Area im Luangwa-Tal nieder. Der zurückgelegte Weg übertraf damit die zuvor dokumentierte Rekordwanderung eines afrikanischen Wildhundes von 3.892 Kilometern deutlich.

Jeder ist ein Unikat: Das schwarz-braun-weiß gefleckte Fellmuster ist bei jedem Tier einzigartig – ähnlich einem Fingerabdruck.

Ohren wie Satellitenschüsseln: Seine auffallend großen, runden Ohren helfen beim Hören und bei der Wärmeabgabe.

Extrem erfolgreiche Jäger: Afrikanische Wildhunde jagen koordiniert im Rudel und können bei ihren Hetzjagden über längere Strecken ein hohes Tempo halten. Ihre Jagderfolgsquote kann deutlich über jener vieler großer Katzen liegen.

Familie geht vor: Die Tiere leben in eng verbundenen Rudeln. Kranke und verletzte Mitglieder werden mitversorgt; auch Jungtiere dürfen häufig zuerst an die Beute.

Nur vier Zehen: Anders als die meisten anderen Hundeartigen besitzt der Afrikanische Wildhund an den Vorderpfoten keine Afterkralle und hat nur vier Zehen.

Kein verwilderter Haushund: Trotz seines Namens ist er eine eigenständige Wildhundart und gehört zur Gattung Lycaon. Ausdauer statt Muskelpaket: Lange Beine und ein leichter Körperbau machen ihn zum hervorragenden Langstreckenjäger.

Stark gefährdet: Die Art ist laut IUCN als "Endangered" (stark gefährdet) eingestuft. Lebensraumverlust, Konflikte mit Menschen und Krankheiten wie Tollwut und Staupe bedrohen die verbliebenen Populationen.

Afrikas "Painted Wolf": Im Englischen wird er wegen seines bunten Fells auch "painted dog" oder "painted wolf" genannt. Der wissenschaftliche Name Lycaon pictus lässt sich sinngemäß als "bemalter Wolf" übersetzen.

Wildhunde leben in Rudeln, in denen gewöhnlich nur ein dominantes Paar Nachwuchs bekommt. Deshalb verlassen junge Tiere oft ihre Geburtsgruppe und suchen anderswo Fortpflanzungspartner. Solche Wanderungen führen sie häufig aus geschützten Gebieten in Landschaften mit Straßen, Siedlungen und Wilderei.

Die Welpen der Afrikanische Wildhunde sind unfassbar putzig.
iStock©Henk Bogaard

Weite Wanderungen garantieren keinen Erfolg

Die Studie zeigt auch: Trotz der extremen Distanzen kam es kaum zu einem genetischen Austausch zwischen den Populationen. So kamen die Mayukuyuku-Männchen im November 2025 bis auf 14 Kilometer an abwandernde Weibchen heran, ohne dass sich die Gruppen dauerhaft zusammenschlossen.

Auch drei Weibchen aus dem South-Luangwa-Nationalpark wanderten mehr als 2.300 Kilometer bis nach Mosambik und zurück. Doch eines der Tiere starb später in einer Drahtschlinge. Über das Schicksal der beiden anderen ist nichts bekannt. Die Forscher betonen: Weite Wanderungen können Schutzgebiete verbinden – erfolgreiche Ansiedlung und Fortpflanzung garantieren sie aber keineswegs.

red,17.09.2026, 08:09