Das Glück im Anderen zu suchen, ist eine extrem verführerische Falle, in die man immer wieder gerne tappt – egal wie oft man sich schon die Finger verbrannt hat. Jemand, der das eigene Leben bunter, aufregender, voller, einfach besser machen soll. Zu zweit gegen den Rest der Welt. Ein Wir. Vermeintlich stärker.
Bis man daran erinnert wird, dass diese Gefühlsgemeinschaft aus zwei Ichs zusammengewachsen ist, die sich nach einiger Zeit erstaunlich oft uneins werden können. Wer kompromissfähig genug ist, kriegt die Kurve. Vielleicht.
Ich schreibe wöchentlich über das Thema Liebesleben. Was beschäftigt dich? Maile mir gerne an [email protected].
Selbst wenn das Projekt ewige Liebe scheitert und man dem Spiel für immer abschwört, setzt irgendwann garantiert die amouröse Amnesie ein. Anders als Eisbären, die sich nur eine Woche im Frühling paaren, um danach alleine glücklich zu sein, wagt man sich zurück aufs Partnerschafts-Parkett. Auf Flirt-Fahndung landet man unweigerlich bei den Apps, die wenig Überraschendes bereit halten: Männer im Fitnessstudio, am Berg, mit Tieren kuschelnd, vor dem Spiegel, unvorteilhaft von unten fotografiert, die "eine sportlichen, unkomplizierte Frau" wollen. Wischen und weiter. "Ich suche nicht mehr, ich lasse mich lieber finden", beschließt Singlelady L. und nimmt so einfach den Druck heraus.