Wie bereits berichtet, unterstützt die Stadt Wien diverse Hilfsprojekte in Afrika, Asien und Osteuropa mit Steuergeld. Darunter befinden sich unter anderem ein Imker-Projekt in Burkina Faso (30.866,97 Euro), eine Schulbäckerei im Kongo (40.000 Euro) und ein Trainingsprogramm für Unternehmerinnen in Mosambik (40.000 Euro).
Vor allem seitens der FPÖ war die Kritik groß. Wiens freiheitlicher Klubobmann Maximilian Krauss warf Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) vor, das Wiener Rathaus "mit einem Entwicklungsministerium" zu verwechseln und seinen "politischen Kompass" verloren zu haben. Die Blauen forderten die Streichung dieser Unterstützungszahlungen.
Nun bezog die Stadt Wien gegenüber "Heute" Stellung. Demnach würde es sich um "ausgewählte Projekte der Entwicklungszusammenarbeit (EZA)" handeln. Diese sollen "Armut bekämpfen, die Lebenssituation von Frauen und Kindern verbessern, Bildung und Gesundheitsversorgung stärken, wirtschaftliche Perspektiven schaffen und die Gleichstellung fördern".
Des Weiteren unterstütze man "ausschließlich entwicklungspolitische NGOs mit Sitz in Wien". Diese seien für die Umsetzung der Projekte verantwortlich. Die Förderungen würden nach "definierten Qualitäts- und Wirkungskriterien" erfolgen und sich am "Nachhaltigkeitsziel SDG 10 der Vereinten Nationen" orientieren.
Pro Projekt zahlt die Stadt Wien maximal 40.000 Euro. Insgesamt unterstütze man maximal 13 Projekte. Dabei würden nicht alle Mittel vollständig ausgeschöpft werden. Die genauen Summen würden nach Beschluss erfolgen. Im Vorjahr betrug das Gesamtvolumen für solche Projekte 492.693,97 Euro. In diesem Jahr sind es 496.812,13 Euro.
Der Grund für die Unterstützungsprojekte sei, dass sich Wien als "internationale und solidarische Metropole" verstehe. "Armut, Ungleichheit, Krisen, Hunger oder fehlende Bildungschancen" würden nicht an den Landesgrenzen Halt machen, hieß es weiter. Durch die Hilfsprogramme würde man auch eigene Ziele verfolgen.
So würden Stabilität, die Sicherung menschlicher Grundbedürfnisse, Bildung, wirtschaftliche Entwicklung und Chancengleichheit "langfristig zu einer friedlicheren und gerechteren globalen Entwicklung" beitragen. Ein besonderes Augenmerk würde man auf "Frauen, Kindern und Menschen mit Behinderung und in schwierigen sozialen oder wirtschaftlichen Situationen" legen.
In Indien will man eine Maßnahme des Entwicklungshilfeklubs mit 30.330 Euro unterstützen. So sollen 100 Mädchen aus der Kinderarbeit geführt werden. Sie sollen dann eine Schulbildung erhalten. Zudem will man die Eltern dabei unterstützen, alternative Einkommensmöglichkeiten zu finden. Im Südsudan sollen 40.000 Euro für ein Projekt der Caritas ausgegeben werden. Dadurch sollen 120 Frauen zu Imkerinnen oder Schneiderinnen ausgebildet werden, um sich eine wirtschaftliche Existenz aufzubauen.
Auch eine Maßnahme der Diakonie Austria in Äthiopien soll 40.000 Euro bekommen. Dort werden junge Frauen dabei unterstützt Berufe in der Tierhaltung, Imkerei und Kompostproduktion zu erlernen. Ein Fokus liege hier vor allem auf Frauen mit Behinderungen. An ein Projekt der ÖJAB zur weiblichen Teilhabe in Burkina Faso sollen 34.228,74 Euro gehen. Gerade Frauen in ländlichen Regionen will man beim Aufbau ihrer Existenz in der Seifenproduktion und Geflügelhaltung unterstützen.
Der Verein Bbanga Projekt – Bildungshilfe für Afrika will auf den Ssese-Inseln in Uganda ein gemeinschaftliches landwirtschaftliches Zentrum aufbauen. Dort sollen Frauen Zugang zu Ausbildung, Saatgut, Bewässerungssystemen und Vermarktungsmöglichkeiten erhalten. Insgesamt werden 150 Frauen unterstützt. Unter ihnen würden sich Alleinerzieherinnen, HIV-positive Frauen und Frauen mit geringem Bildungsniveau befinden. Die Summe dafür beträgt 32.731 Euro.
Auch Vize-Bürgermeisterin Barbara Novak (SPÖ) hat sich diesbezüglich zu Wort gemeldet. Sie ist auch für Finanzen, Wirtschaft, Arbeit, Internationales und Digitales in Wien verantwortlich. Die SPÖ-Politikerin bezeichnete Wien als "Menschenrechtsstadt", die für "Solidarität, Chancengleichheit und internationale Verantwortung" stehe.
Ihr zufolge fördere man mit den Projekten "nachhaltige Entwicklung vor Ort", stärke "die Selbstbestimmung von Frauen" und schaffe "bessere Zukunftschancen für Kinder". Menschen sollen einen "Zugang zu Bildung, Arbeit und wirtschaftlicher Selbstständigkeit" erhalten. Laut der Vize-Bürgermeisterin würde man durch die Stärkung von Frauen und Kindern in eine "gerechtere und lebenswertere Zukunft für alle" investieren.