Die Wiener Polizei zeigte sich schon im Vorfeld alarmiert. Grund waren drei Demonstrationen, die am Samstag über die Bühne gingen. Am Kahlenberg trafen sich die rechtsextremen Identitären unter dem Motto: "Helden von Wien! Gedenkveranstaltung zur zweiten Wiener Türkenbelagerung 1683".
Für die Veranstaltung hatte man sich 200 Teilnehmer erwartet. Am Ende sollen sich laut Medienberichten jedoch weniger Menschen als geplant am Kahlenberg eingefunden haben. Die Presse war offenbar nicht gern gesehen. Bilder zeigten, wie Medienvertreter von Demo-Teilnehmern mit schwarzen Schirmen die Sicht versperrt wurde.
Neben der Identitären-Demo kam es auch zu zwei Gegenveranstaltungen am Leopoldsberg und im Bereich Heiligenstadt. Bei letzterer haben sich zahlreiche Menschen eingefunden, die zum Oskar-Morgenstern-Platz zogen. Anfangs befürchtete die Polizei, dass es zu gegenseitigen Provokationen kommen könnte.
Gegenüber der APA gab man am späten Nachmittag allerdings Entwarnung. Demnach seien alle Veranstaltungen friedlich verlaufen. Inzwischen habe sich auch die Identitären-Kundgebung nach und nach aufgelöst.
Bei der Veranstaltung der Identitären hielt auch die österreichische Führungsfigur der Bewegung, Martin Sellner, eine Rede. Des Weiteren platzierten die Teilnehmer eine mitgebrachte Statue des polnischen Königs Jan III. Sobieski.
Er gilt für viele "Befreier Wiens". Seitens der Stadt Wien habe man nach jahrelangen Kontroversen verhindert, dass ein offizielles Denkmal errichtet wurde – FPÖ und ÖVP wären für ein Denkmal. Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) begründete die Ablehnung damit, dass man keine Bühne, "die für ausländerfeindliche Hetze und das Schüren von islamfeindlichen und antitürkischen Ressentiments instrumentalisiert werden kann" errichten wolle.
Noch im Sommer wurde ein Aufmarsch der Identitären am Kahlenberg untersagt. Nun zeigte sich die Präsidentin des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit, Regina Polak, gegenüber Kathpress "fassungslos" wegen der Genehmigung.
Ihr zufolge hätten Rechtsextremisten den Tag der Befreiung Wiens 1683 "für ihre völkische Ideologie gekapert". Seitdem seien diese Veranstaltungen "antisemitisch", betonte Polak.