Tatort Vorgartenmarkt

Jugendbanden eskalieren – Wiener Standler verzweifeln

Dreiste Einbrecher sorgen am Wiener Vorgartenmarkt für Verzweiflung. Mehrfach schlugen die oft jungen Täter bereits zu. Ein Gastronom schlägt Alarm.
Newsdesk Heute
09.09.2026, 20:36
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Jugendliche Täter werden immer dreister – ein Problem, welches sich auch am Vorgartenmarkt in Wien-Leopoldstadt zeigt. Dort kommt es vermehrt zu Einbrüchen, die die Standler verzweifeln lassen. Oft geben sich die jungen Täter nicht einmal Mühe, sich bei den Einbrüchen unkenntlich zu machen, berichtet die "Krone".

Eines der Opfer ist der Gastronom Gaetano B., der in Wien sieben Geschäfte betreibt – zwei davon am Vorgartenmarkt. Die beiden Betriebe wurden seit 2026 bereits dreimal zum Ziel von Einbrechern. Der letzte Vorfall ereignete sich am 15. August. Da schlug ein junger Mann gegen 5 Uhr die Scheibe des Ladens ein. Am Ende flüchtete der Eindringling mit einem Handy, Bargeld und dem Tagesabschluss, klagt der Gastronom gegenüber der Tageszeitung.

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Kein Täter gefasst

Auch ein iPad, weiteres Geld sowie Alkohol verschwanden bereits bei einem früheren Einbruch. Besonders frustrierend für den Unternehmer: Alle Täter kamen bisher davon – gefasst wurde niemand. Auch die verursachten Schäden machen dem Gastronomen zu schaffen. Durch den jüngsten Coup fallen alleine wegen der zertrümmerten Scheibe etwa 3.000 Euro an. Dies bedeutet für B. auch, dass sein Versicherungsbeitrag erhöht werden könnte.

Laut eigener Aussage sieht der Gastronom seine eigentliche Aufgabe darin, einen Teil dazu beizutragen, dass die Wiener Wirtschaft läuft. Nun muss er sich jedoch mit dem Einbruchsfällen herumschlagen. Seine Botschaft ist klar: "Wir wollen doch nur in Ruhe arbeiten." Mit dieser Forderung dürfte der Unternehmer am Vorgartenmarkt nicht alleine sein. Um den 15. August herum kam es nämlich zu fünf bis sechs weiteren Vorfällen in anderen Geschäften in der Gegend. Einige Opfer kenne B. persönlich.

Hemmschwelle bei Strafunmündigen gesunken

Schockierend ist dabei auch, wie dreist die jungen Täter vorgehen. So zeigen die Aufnahmen einer Überwachungskamera einen Burschen, der sich nicht einmal irgendwie die Mühe gab sein Gesicht zu verdecken. Gegenüber der "Krone" beschrieb auch ein Polizist, der anonym bleiben will, die Lage am Vorgartenmarkt.

Er sieht das Problem darin, dass sobald die Geschäfte geschlossen haben, kaum noch Menschen auf der Straße wären. So könne das Areal schwieriger überwacht werden. Zudem werde der Vorgartenmarkt immer mehr zum Ausweichquartier für die Praterstern-Szene. Ihm zufolge sei die Hemmschwelle bei Unter-14-Jährigen gesunken.

Dazu käme noch der Faktor, dass Großveranstaltungen, Abkommandierungen und andere Aufgaben verhindern würden, dass mehr Personal am Markt eingesetzt werden könne. Am Ende sei es eine Personalfrage, so der Polizist.

FPÖ kritisiert Dienstzeitmodell

Der Gastronom hat sich in seiner Verzweiflung unterdessen an die Wiener FPÖ gewandt. Laut dem freiheitlichen Sicherheitssprecher Stefan Berger sei der Bezirk "ständig in Alarmbereitschaft". Diesbezüglich kritisiert der Blaue das neue Dienstzeitmodell des Innenministeriums, welches er als "völlig unverantwortlich" bezeichnete.

Laut Berger würde dies dazu führen, dass in Leopoldstadt weniger Polizisten auf den Straßen unterwegs wären. In diese Kerbe schlägt auch der freiheitliche Bezirksobmann Franz Lindenbauer. Er fordert mehr Polizeipräsenz. Laut seiner Aussage würden sich der Vorgartenmarkt und seine Umgebung "zum Brennpunkt" entwickeln.

red,09.09.2026, 20:36
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