Die österreichischen Behörden greifen diesmal hart durch. Jedes Jahr im Juli kam es in der jüngeren Vergangenheit zu einer Demonstration der Identitären Bewegung durch die Wiener Innenstadt. Jenes Wochenende stellte stets eines der größten Vernetzungstreffen europäischer Rechtsextremer dar – 2026 wird es nicht stattfinden.
Das gab die Gruppierung selbst in Sozialen Netzwerken bekannt. Demnach wurde die Demoroute durch die Innenstadt nicht genehmigt, Alternativen sehe man keine. "Derzeit sieht es so aus, als würde man unsere Kundgebung ganz untersagen", heißt es weiter.
Man rate deshalb allen Gruppen und Einzelpersonen von der Anreise nach Wien am 25.7. ab, "da eine Kundgebung wie im Jahr 2025 nicht stattfinden kann".
Die Identitäre Bewegung ist in den vergangenen Wochen wieder stark in den politischen Fokus gerückt. Auslöser war ein mutmaßlich rechtsextrem motivierter Übergriff auf einen Taxilenker in Leoben, bei dem mehrere Personen aus dem Identitären-Umfeld beschuldigt werden. Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.
Besonders brisant: Zwei Verdächtige arbeiteten als parlamentarische Mitarbeiter für FPÖ-Abgeordnete. Die FPÖ beendete beide Dienstverhältnisse und betonte, sich von Gewalt klar zu distanzieren. Dennoch werfen ÖVP, SPÖ, NEOS und Grüne den Freiheitlichen eine zu große Nähe zur Identitären Bewegung vor.
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält das Vereinslokal der Identitären im 5. Wiener Bezirk, das erneut als Treffpunkt der Szene in den Fokus gerückt ist. Auch personelle Verbindungen, etwa rund um Martin Sellner und den Namen Schimanek, werden wieder verstärkt diskutiert.