Kriminelle in Wien aufgeflogen

Hanf-Fabrik für "Forschung" – Drogen-Trio vor Gericht

Fast 10.000 Hanfpflanzen in einer Halle in Wien-Liesing waren für drei Männer wohl ein Millionen-Geschäft: Am Donnerstag standen sie nun vor Gericht.
Christian Tomsits
10.09.2026, 14:40
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Die Operation "Psycho" wird zum Fall für die Justiz: Drei Österreichern (46, 56, 42) stehen seit Donnerstag in Wien wegen Drogenhandels vor Gericht. Sie sollen hinter einer Cannabis-Produktion im XXL-Format gesteckt und damit Millionen umgesetzt zu haben.

Im Mittelpunkt steht ein 46-jähriger vorbestrafter Restaurantfachmann aus Kärnten, der von Kunden, in Chats und von den Ermittlern nur als "Psycho" oder "Psychonaut" bezeichnet wurde. Gemeinsam mit seinen beiden Komplizen, einem glatzköpfigen Niederösterreicher und einem Akademiker im Anzug, der fürs Finanzmanagement zuständig gewesen sein soll, nahm er auf der Anklagebank Platz. Norman Hofstätter, Christian Werner und weitere Anwälte verteidigten.

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"Forschung" als Tarnung für riesige Hanf-Fabrik

Sie beteuerten, dass ihre Mandanten eine Lizenz für den Cannabis-Anbau gehabt hätten. Alle Geschäfte mit Cannabis-Stecklingen seien ausschließlich legal gemacht worden.

Nach langer Observation hatten am 9. September 2025 WEGA-Beamte ihre 3.062 Quadratmeter große Lagerhalle in Wien-Liesing gestürmt. Offiziell war die darin liegende Firma als wissenschaftliches Projekt mit entsprechender THC-Genehmigung geführt, doch in Wahrheit dürfte es eine hochprofessionelle Cannabis-Fabrik gewesen sein.

Fix ist: In der Halle stießen die Beamten auf 9.720 illegale Hanfpflanzen – laut Staatsanwaltschaft hatten sich neun serbische Schwarzarbeiter, die für Pflege und Ernte zuständig waren, vor Ort richtiggehend häuslich eingerichtet. "Die Halle war ausgerüstet wie eine Vollpension – mit Fernsehern, Kühlschränken, Duschen und einer Spielkonsole".

Von Forschung sei laut Anklage keine Rede gewesen. "Stattdessen wurde Cannabis im großen Stil produziert und anschließend zu Geld gemacht". Beim 46-jährigen "Psychonauten" stellten Ermittler 1,1 Millionen Euro Bargeld sicher. Dazu kamen 45 gefälschte Ausweise, 32 Mobiltelefone, 22 unbenutzte SIM-Karten sowie eine Geldzählmaschine.

Sein 56-jähriger Mitangeklagter hatte bei seiner Festnahme 96.000 Euro in einem Papiersackerl dabei. Der dritte Angeklagte (42) wurde auf einer Reise nach Kroatien geschnappt. Beim verheirateten Familienvater fand man Goldbarren sowie Gold- und Silbermünzen. Nun müssen sich die drei Männer unter anderem wegen Suchtgifthandels im Rahmen einer kriminellen Vereinigung verantworten. Ein Urteil steht noch aus. Bei einer Verurteilung drohen langjährige Haftstrafen. Für alle Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung.

ct,10.09.2026, 14:40