Der FIFA droht der nächste brisante Fall rund um die WM 2026. Im Mittelpunkt steht Lionel Mpasi, der für die Demokratische Republik Kongo bei der Endrunde im Tor stand. Laut "New York Times" und "Le Monde" hatten FIFA-Juristen bereits vor dem Turnier festgestellt, dass beim Verbandswechsel des Keepers entscheidende Unterlagen nicht fertiggestellt worden waren.
Mpasi hatte in seiner Jugend für französische Nachwuchs-Nationalteams gespielt. Für seinen späteren Wechsel zur DR Kongo wäre daher ein entsprechender Verbandswechsel nötig gewesen. Laut "Le Monde" wurde das Verfahren zwar bereits 2021 eingeleitet, aber nie vollständig abgeschlossen.
Brisant: Ausgangspunkt der Untersuchung war eine Beschwerde Nigerias. Die FIFA bestätigte, dass ihre Disziplinarkommission den Fall behandelte, die Beschwerde aber für unzulässig erklärte. Laut den Medienberichten wurden intern dennoch mögliche Sanktionen geprüft – bis hin zu einem Ausschluss der DR Kongo aus dem interkontinentalen WM-Play-off. Dazu kam es nicht.
Kongo setzte seinen Weg fort, löste gegen Jamaika das WM-Ticket und Mpasi stand anschließend auch bei der Endrunde auf dem Platz – in allen vier Partien.
Der Fall wirft nun auch Fragen rund um FIFA-Präsident Gianni Infantino auf. Die "New York Times" thematisiert dessen Verbindung zu Kongos heutigem Verbandschef Veron Mosengo-Omba. Die FIFA weist allerdings entschieden zurück, dass Infantino Einfluss auf das Verfahren genommen habe. Die zuständigen Gremien seien autonom und würden nach den geltenden Regeln und den jeweiligen Fakten entscheiden.
Damit steht vorerst Aussage gegen Vorwurf. Fest steht: Die Berichte über die internen FIFA-Dokumente sorgen Monate nach der WM für erheblichen Wirbel – und Mpasis Spielberechtigung steht plötzlich im Zentrum einer neuen Debatte um den Weltverband.