England steht mit Thomas Tuchel im WM-Halbfinale und träumt vom ersten Weltmeistertitel seit 1966. Der deutsche Teamchef überzeugt auf der Insel aber längst nicht mehr nur mit seinen Ergebnissen. Auch abseits des Rasens ist der 52-Jährige zum Publikumsliebling geworden.
Vor allem in den sozialen Medien wird Tuchel gefeiert. Im britischen Online-Forum Mumsnet schwärmen zahlreiche Nutzerinnen von seinem Auftreten. Gelobt werden sein Lächeln, seine Ausstrahlung und seine direkte Art. "Es ist einfach eine Freude, ihm zuzusehen", schreibt etwa eine Userin. Eine andere nennt den England-Coach schlicht "wirklich attraktiv".
Auch Kolumnistin Suzanne Moore vom "Telegraph" sieht genau darin Tuchels Erfolgsrezept. Der Deutsche behandle seine Spieler nicht wie Kinder, spreche Probleme offen an und scheue sich nicht, selbst nach Siegen Kritik zu üben. Gerade diese Ehrlichkeit mache ihn für viele so faszinierend.
Dass Tuchel kein Trainer ist, der seine Stars schont, zeigte sich zuletzt nach dem Viertelfinal-Sieg gegen Norwegen. Trotz zweier Tore kritisierte er Jude Bellingham öffentlich – ein ungewöhnlicher Schritt, der in England dennoch überwiegend positiv aufgenommen wurde.
Sportlich könnte der Deutsche nun Geschichte schreiben. Führt er die "Three Lions" tatsächlich zum WM-Titel, wäre Tuchel der erste Teamchef überhaupt, der als nicht im Land geborener Trainer mit England Weltmeister wird. Zuvor muss seine Mannschaft allerdings am Mittwochabend Titelverteidiger Argentinien aus dem Weg räumen.