Anrainer schlagen Alarm

"Wirklich irre" – großer Widerstand gegen Mülldeponie

Im Bezirk Grieskirchen wächst die Angst vor einer riesigen Deponie. Die Gegner rüsten sich für einen langen Kampf.
Oberösterreich Heute
27.08.2026, 04:00
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Der Plan sorgt in Weibern und Aistersheim für gewaltigen Wirbel: Mitten auf der grünen Wiese soll eine rund neun Hektar große Baurestmassendeponie errichtet werden. Dafür müssten laut Bürgerinitiative "Lebenswerte Zukunft Weibern-Aistersheim" etwa drei Hektar Wald gerodet werden. "Weibern ist ohnehin eine waldarme Gemeinde", kritisiert Sprecher Hermann Anzengruber im Gespräch mit "Heute".

Erzähle uns deine Story!

Wurde dir eine Beihilfe gestrichen? Kannst du dir das Leben kaum mehr leisten? Ist dir gerade etwas besonders Trauriges, Witziges oder Erstaunliches geschehen? Bewegt dich ein anderes Thema? Bist du der Meinung, dass deine Geschichte erzählt werden sollte? Dann melde dich bei uns unter [email protected]. Denn deine Story ist uns wichtig!Mail an uns

Angst vor Asbest-Staub und Lkw-Lawine

Was viele besonders beunruhigt: Dort soll nicht nur harmloser Abfall landen: "Viele glauben immer nur an Ziegel und Beton", sagt Anzengruber. Laut der Initiative könnten auch Asbest, künstliche Mineralwolle sowie mit Arsen, Blei oder Cadmium belastete Materialien abgelagert werden.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Weil der Standort sehr windexponiert ist, fürchten die Anrainer, dass belasteter Staub weitergetragen werden könnte. Anzengruber bringt die Sorge drastisch auf den Punkt: "Saharastaub kommt aus Afrika zu uns. Dann könnte auch Asbest in die Orte kommen." Die nächsten Anrainer seien rund einen Kilometer von dort entfernt.

Auch vor einer Lkw-Lawine wird gewarnt. Denn egal, welche Route die Schwerfahrzeuge nehmen: Laut Initiative müssten sie durch kleine Ortschaften und an Schulen oder Kindergärten vorbei. "Schon jetzt herrscht in der Rushhour Verkehrschaos. Mit den zusätzlichen Lkw wird es extrem." Für Ärger sorgen auch die vorgesehenen Betriebszeiten von Montag bis Freitag zwischen 6 und 22 Uhr sowie am Samstag. "Am Abend von 18 bis 22 Uhr ist das wirklich irre."

"Wenn etwas passiert, ist es längst zu spät"

Dazu kommt die Angst ums Trinkwasser. Viele Haushalte in der Umgebung hängen an eigenen Brunnen. Die Gegner befürchten, dass Schadstoffe ins Grundwasser gelangen könnten. Das müsse von der Firma zwar immer wieder überprüft werden, aber: "Wenn etwas passiert, ist es längst zu spät", warnt Anzengruber. Manche Anrainer würden vom Frühstückstisch direkt auf das geplante Deponiegelände blicken.

Der Widerstand ist bereits riesig: Rund 500 Menschen drängten zum Infoabend, fast 700 sind in einer WhatsApp-Gruppe. 57 schriftliche Stellungnahmen wurden abgegeben. Eine Petition wurde mit 2.500 Unterstützern beim Bund eingebracht, auf der Parlamentshomepage kamen laut Anzengruber bisher rund 1.500 weitere Unterschriften dazu.

Prominenter Anwalt hilft

Jetzt soll das Projekt unbedingt in eine Umweltverträglichkeitsprüfung kommen. Dafür hat sich die Initiative prominente Unterstützung geholt: Umweltanwalt Wolfram Proksch, der bereits mehrere umstrittene Projekte erfolgreich bekämpfte, soll den Gegnern helfen. Für Gutachten und mögliche Verfahren werden bis zu 100.000 Euro benötigt.

"Unser Ziel ist, mit Gutachten zu beweisen, dass der Standort ungeeignet ist", sagt Anzengruber. Notfalls werde man "auf mehreren Ebenen hochklagen". Von der Politik sei man jedenfalls "quer durch die Bank schwer enttäuscht" – aufgegeben wird aber noch lange nicht. Wer der Initiative helfen will, kann sich auf der Homepage informieren und spenden.

{title && {title} } red, {title && {title} } 27.08.2026, 04:00