Steve Clarke hat sich in Schottland endgültig unsterblich gemacht. Der frühere Chelsea-Profi führte die "Tartan Army" erstmals seit fast drei Jahrzehnten wieder zu einer WM-Endrunde. Im Mittelpunkt steht Mittelfeldmotor Scott McTominay, der nach seiner starken Saison bei Napoli als großer Hoffnungsträger gilt.
Nationalheld Steve Clarke lebt auch nach seiner Profi-Karriere in England. Seine Landsleute sehen darüber spätestens seit der Qualifikation für die WM gerne hinweg. "Jede zweite Person will dir die Hand schütteln", berichtete der 62-Jährige über jüngste Heimatbesuche. Schließlich verantwortete der Abwehrspieler aus der Jahrhundertelf des FC Chelsea die erste WM-Teilnahme seit 1998. (Gleich wie das ÖFB-Team.) Vor vier Jahren scheiterte er noch – genauso wie seine sieben Vorgänger in den vergangenen 28 Jahren. Auch Berti Vogts (2002 - 2004) stellte er damit in den Schatten.
Spätestens mit seinem Fallrückziehertor beim 4:2 im Quali-Endspiel gegen Dänemark hat sich Mittelfeldspieler Scott McTominay (29) ein Denkmal gesetzt. Auf einer Hauswand in Glasgow ist die Flugeinlage bereits verewigt. Ganz untypisch für das sonst eher rustikale Spiel Schottlands steht der Leistungsträger der SSC Neapel für dynamische Läufe und Abschlussstärke. Das in England geborene Eigengewächs von Manchester United hatte 2024 die Insel verlassen und seiner Karriere in der Serie A Auftrieb verliehen. Allein in seiner Premierensaison avancierte er mit zwölf Toren zum besten Spieler und war maßgeblich am Gewinn der Meisterschaft beteiligt. Im Trikot des Heimatlandes seines Vaters tummelt er sich bereits in der Top Ten der Rekordtorjäger.
In Deutschland dürften Bilder von bierseligen Anhängern beste Erinnerungen wecken. Ausgestattet mit Dudelsack und Schottenrock hatten Tausende Fans der "Tartan Army" bei der EM 2024 für Stimmung gesorgt. Auch in Übersee dürfte wieder mit der fußballverrückten Army in Dunkelblau zu rechnen sein. Den Fans in der Heimat drohen kurze Nächte. Das Auftaktspiel gegen Haiti beginnt um 2.00 Uhr. Regierungschef John Swinney hat deshalb bereits einen Feiertag ins Spiel gebracht.