Der Wecker klingelt am Mittwoch für viele Österreicher deutlich früher als sonst. Grund dafür ist nicht der Chef, sondern das erste WM-Spiel der Nationalmannschaft gegen Jordanien. Anpfiff ist bereits um 6 Uhr früh.
Doch was passiert, wenn die Partie in die Verlängerung der Frühstückspause geht? Darf man später ins Büro kommen? Im Homeoffice jubeln? Oder nach einem Sieg gleich die Korken knallen lassen?
Wer glaubt, nach dem frühen Fußballfrühstück einfach eine Stunde später in der Arbeit auftauchen zu können, wird enttäuscht. Die Arbeitszeit bleibt grundsätzlich unverändert. Wer später kommen will, braucht dafür eine Vereinbarung mit dem Arbeitgeber - etwa über Gleitzeit, Urlaub oder Zeitausgleich.
Auch ein WM-Sieg ist kein Freibrief für eine Party im Büro. Jubeln und Fachsimpeln mit Kollegen sind zwar erlaubt, die Arbeitspflicht bleibt aber bestehen. Alkohol und ausufernde Feiern können rasch unangenehm werden.
Immerhin: Der Arbeitgeber darf eine kleine Feier erlauben. Ein gemeinsames Frühstück oder eine verlängerte Pause nach dem Spiel sind möglich.
Weniger erfreulich für Fußballfans: Wer während der Arbeitszeit heimlich Zusammenfassungen streamt oder Tore auf dem Handy verfolgt, riskiert Ärger. Das gilt übrigens auch im Homeoffice.
Und was ist mit Schlafmangel nach dem frühen Anpfiff? Auch hier ist die Antwort eindeutig: Wer wegen Fußball zu müde ist, muss trotzdem arbeiten.
Besonders kreativ fiel die Frage aus, ob man nach einer Niederlage aus Frust in Krankenstand gehen darf. Die Antwort des ÖGB fällt ebenso klar wie trocken aus: "Die beste Medizin nach einer Niederlage ist wohl eine gute Portion Gelassenheit – und die Hoffnung auf das nächste Spiel."
Wer also auf ein WM-Wunder hofft, sollte sich besser nicht auf arbeitsrechtliche Sonderrechte verlassen.