Drohungen über Spotify

Wollte Katze anzünden – Song bringt Rapper vor Gericht

Ein selbst geschriebener Rap-Song brachte einen 23-Jährigen vor Gericht. Der Mann hatte darin Gewalt angedroht – auch gegen die Katze eines Freundes.
Österreich Heute
19.09.2026, 09:20
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Ein Rap-Song auf Spotify, eine heftige Drohung und am Ende ein Prozess: Ein 23-jähriger Steirer musste sich am Straflandesgericht Graz verantworten. Im Mittelpunkt standen nicht nur seine Songtexte, sondern auch eine Drohung gegen einen Freund und dessen Katzen.

In einem seiner Songs heißt es unter anderem: "Letzter Atemzug, wenn dir der Sauerstoff ausgeht." An anderer Stelle rappt er: "Frag mich wie ein Hammer gegen deinen Schädel klingt. Möchte einen Speer in deinen Rücken." Besonders brisant: Den Song schickte der 23-Jährige ausgerechnet an einen Mann, den er selbst als seinen engsten Freund bezeichnete.

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Nicht die erste Drohung

Doch nicht nur der Song beschäftigte das Gericht. Der 23-Jährige soll zuvor mehrfach angekündigt haben, Brandbomben zu bauen und damit seine ehemalige Schule in die Luft zu jagen. Die Polizei wurde alarmiert, der Steirer kam daraufhin in eine geschlossene Psychiatrie.

Später eskalierte die Situation mit seinem Freund. Bei einem persönlichen Treffen soll der 23-Jährige damit gedroht haben, dessen Katzen und dessen Wohnung anzuzünden. Warum er seinen Freund bedrohte, erklärte der Angeklagte selbst: "Ich wollte meinen Freund von meiner Freundin fernhalten, er hat sich an sie herangemacht", wird er in der "Kleinen Zeitung" zitiert. Die Drohungen im Song räumte er ein. An die Aussagen beim persönlichen Treffen könne er sich hingegen nicht erinnern.

"Ich bin Gangsta-Rapper"

Seit drei Jahren macht der Steirer Gangsta-Rap. Dass seine Texte heftig ausfallen, bestreitet er nicht. "Seit drei Jahren bin ich Gangsta-Rapper, es sind viele Übertreibungen in meinen Texten", erklärte der 23-Jährige vor Gericht.

Muster erkennbar

Richter Andreas Rom hakte bei der Drohun gegen die Katze genauer nach: "Was glauben Sie, was der Katze passiert?"

Die Antwort des 23-Jährigen: "Die Katze würde den Brand selbst löschen, indem sie sich so lange wälzt, bis die Flammen erloschen sind." Der Richter stellte die beiden Vorfälle gegenüber: "Zuerst die Drohung mit der Brandbombe an Ihrer Schule. Dann jene, die Katze und das Haus ihres Freundes anzuzünden. Irgendwie schließt sich da der Kreis."

Gutachter sieht Gefährlichkeit

Psychiatrischer Sachverständiger Manfred Walzl diagnostizierte beim Angeklagten eine schwere, kombinierte Persönlichkeitsstörung. Er sprach von raschen Aggressionshandlungen, einem starken Drang nach Aufmerksamkeit und einem "extremen Hang zur Theatralik".

Für Walzl sind die Drohungen ernst zu nehmen. Er empfahl deshalb eine Einweisung in ein forensisch-therapeutisches Zentrum. Gleichzeitig sieht der Gutachter eine positive Seite: Der 23-Jährige sei therapiebereit und werde von seiner Familie stark unterstützt.

"Eine Einweisung ist die Bremse, auf die man beim Betroffenen momentan steigen muss. Aber: Das ist auch die große Chance für ihn", sagte Walzl.

15 Monate Haft und Einweisung

Das Schöffengericht folgte der Empfehlung des Gutachters. Der 23-Jährige wurde wegen gefährlicher Drohung zu 15 Monaten Haft verurteilt. Zusätzlich wurde seine Einweisung in ein forensisch-therapeutisches Zentrum angeordnet.

Der Vorsitzende machte ihm dabei klar: "Hilfe gibt es für Sie momentan nur dort. Wenn Sie aber mitmachen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie wieder rauskommen."

red,19.09.2026, 09:20
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